Verleihung des Adolf-Kußmaul-Preises 2025
Presseinformation
Adolf-Kußmaul-Preis 2025:
Neue Erkenntnisse zur Risikostratifizierung bei Implantation eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) ausgezeichnet
Stuttgart. Für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit zur Risikostratifizierung bei Patient*innen mit Leberzirrhose und Implantation eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) anhand des Freiburg Index of Post-TIPS Survival (FIPS) wurde PD Dr. med. Lukas Sturm, Medizinische Klinik II, Uniklinik Freiburg, mit dem Adolf-Kußmaul-Preis 2025 ausgezeichnet. Der von der Dr. Falk Pharma GmbH – Scientific & Educational Excellence Partner der Falk Foundation e.V. gestiftete und mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der 35. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie in Stuttgart verliehen.
Die prämierte Studie „Freiburg index of post-TIPS survival (FIPS) identifies patients at risk of further decompensation and ACLF after TIPS“, die im Journal of Hepatology [1] veröffentlicht wurde, untersuchte den klinischen Verlauf von 1.359 Patient*innen mit Leberzirrhose nach der Implantation eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS). „Unsere Arbeit zeigt, dass der FIPS nicht nur eine präzise Vorhersage des klinischen Verlaufs nach TIPS ermöglicht, sondern auch dazu beitragen kann, die Patientenselektion und das klinische Management der oft kritisch kranken TIPS-Patientinnen und -Patienten zu verbessern. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer personalisierten Medizin in der Hepatologie“, erklärte der diesjährige Preisträger.
Ziel der Studie war es, mithilfe des 2023 unter der Leitung von Prof. Dr. Dominik Bettinger an der Uniklinik Freiburg entwickelten FIPS, einem Risikoscore für Patient*innen mit einer Leberzirrhose und TIPS-Implantation und Patient*innen mit einem erhöhten Risiko für weitere Dekompensationen oder die Entwicklung eines akut-auf-chronischen Leberversagens (ACLF), der schwersten Verlaufsform der dekompensierten Leberzirrhose, zu identifizieren.
Die Ergebnisse zeigten, dass die klinischen Verläufe nach TIPS sehr heterogen sind. In diesem Zusammenhang identifizierte der aus den Komponenten Alter, Kreatinin, Bilirubin und Albumin bestehende FIPS zuverlässig diejenigen Patient*innen mit einem ungünstigen Verlauf nach TIPS: Bei FIPS-Hochrisikopatient*innen traten im Vergleich zu FIPS-Niedrigrisikopatient*innen signifikant häufiger weitere Dekompensationsereignisse wie persistierender Aszites, bakterielle Infektionen oder eine post-TIPS hepatische Enzephalopathie auf. Zudem war ihre transplantationsfreie Überlebensrate – trotz TIPS-Implantation – deutlich reduziert. Darüber hinaus war auch ihr Risiko für die de novo Entwicklung eines ACLF deutlich erhöht.
Die Studie generiert darüber hinaus auch erstmalig Daten zu Sicherheit und Effektivität einer elektiven TIPS-Implantation bei Patient*innen, die zum Zeitpunkt des TIPS die Kriterien für ein ACLF erfüllen.
Mit der Auszeichnung dieser Arbeit würdigt die Jury nicht nur die wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch den unmittelbaren klinischen Nutzen, den diese Forschung für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Leberzirrhose bietet. Der FIPS ist ein Paradebeispiel dafür, wie innovative Forschung die Versorgung nachhaltig verbessern kann“, betonte Dr. Lara Gnügge, Local Head Falk Foundation Services, Germany von der Dr. Falk Pharma GmbH – Scientific & Educational Excellence Partner der Falk Foundation e.V.
Zusammenfassend konnte in der aktuellen Arbeit der klinische Verlauf nach TIPS bei Hochrisiko- im Vergleich zu Niedrigrisikopatient*innen charakterisiert werden. Diese Ergebnisse sind wichtig, da sie als Entscheidungshilfe im klinischen Alltag vor allem bei der Allokation von Patient*innen zum TIPS dienen können und eine Grundlage schaffen für die Entwicklung individualisierter peri- und postinterventioneller Managementstrategien bei TIPS-Patient*innen.
Literatur
[1] Journal of Hepatology, Feb. 2025, doi.org/10.1016/j.jhep.2025.01.030
Quelle: 35. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie,
04.-05. Juli 2025, Waldenburg.
Über den Adolf-Kußmaul-Preis
Der Adolf-Kußmaul-Preis wird seit 1991 jährlich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die mit ihren Originalarbeiten herausragende Beiträge zur Gastroenterologie und Hepatologie leisten. Namensgeber des Preises ist Adolf Kußmaul (1822–1902), ein Pionier der modernen Gastroenterologie und Endoskopie. Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen der 35. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie in Waldenburg statt.
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