Gastroenterologie
Tumorprävention in der Hepatogastroenterologie
Verfügbarkeit:
15.07.2026-15.07.2027
Punkte:
1 Punkt
Zertifizierung:
Landesärztekammer Baden-Württemberg
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Hepatologische und gastroenterologische Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum von Krankheitsbildern der Inneren Medizin, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen. Dazu zählen Erkrankungen der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse (hepatologisches Spektrum) ebenso wie Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens und des Darms (gastroenterologisches Spektrum). Behandelt werden sowohl akute als auch chronische Krankheitsbilder, darunter chronisch entzündliche Darmerkrankungen, infektiöse, metabolische und toxische Lebererkrankungen sowie funktionelle und strukturelle Erkrankungen des oberen und unteren Gastrointestinaltrakts. Tumorerkrankungen stellen einen wesentlichen Anteil der Krankheitslast innerhalb hepatologischer und gastroenterologischer Erkrankungen dar und tragen erheblich zur Morbidität und Mortalität bei. Prognose und Überlebenschancen sind dabei stark vom betroffenen Organ sowie insbesondere vom Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnosestellung abhängig. Eine frühzeitige Erkennung ist häufig mit einem erweiterten therapeutischen Handlungsspielraum und einer signifikant verbesserten Prognose assoziiert. Daraus ergibt sich die hohe Relevanz präventiver Maßnahmen auf allen Ebenen der Prävention – primär, sekundär und tertiär. Abbildung 1 gibt einen strukturierten Überblick über die etablierten Präventionsabläufe für das kolorektale Karzinom, das hepatozelluläre Karzinom und das Adenokarzinom von Magen und Ösophagus. Da Tumorerkrankungen einen Großteil der klinisch relevanten Diagnosen in der Hepatologie und Gastroenterologie ausmachen, werden ausgewählte Entitäten im weiteren Verlauf detaillierter dargestellt. Unabhängig von der jeweiligen Tumorentität gelten allgemeine Präventionsstrategien zur Reduktion des Risikos hepatologischer und gastroenterologischer Erkrankungen. Hierzu zählen eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, eine ausgewogene Ernährung sowie die konsequente Inanspruchnahme strukturierter Vorsorgeprogramme, insbesondere der Koloskopie zur Darmkrebsfrüherkennung. Ergänzend kommt der Impfung gegen Hepatitis B eine besondere Bedeutung in der primären Prävention zu. Der Verzicht auf hepatotoxische Substanzen, insbesondere übermäßigen Alkoholkonsum, sowie die frühzeitige Diagnostik und adäquate Therapie chronischer Lebererkrankungen sind entscheidend, um Spätkomplikationen wie Leberzirrhose und hepatozelluläres Karzinom zu verhindern.
(Titelbild: Prävention gastrointestinaler Tumoren)