Leber und Gallenwege
Clin Gastroenterol Hepatol. 2025;23(5):808-815.e5
Alcohol rehabilitation within 3 months after alcohol hepatitis and survival: A national analysis
Alkohol-Rehabilitation innerhalb von 3 Monaten nach Diagnose einer Alkohol-assoziierten Hepatitis und Überleben:eine landesweite Analyse
Hintergrund und Ziele: Über den Nutzen einer Alkohol-Rehabilitation nach Diagnose einer Alkohol-assoziierten Hepatitis (AH) ist nur wenig bekannt.
Methoden: Von 2012 bis 2021 wurde in Frankreich eine landesweite Längsschnittstudie mit erwachsenen stationären Patient*innen mit AH-Diagnose durchgeführt. Als primärer Endpunkt galt eine Lebertransplantation oder der Eintritt des Todes innerhalb eines Jahres nach der AH-Diagnose, einschließlich der schweren Form mit Komplikationen (complicated alcohol hepatitis, CAH), definiert als ≥ 2 hepatische oder extrahepatische Komplikationen innerhalb von 4 Wochen nach der AH-Diagnose. Die primäre Exposition war eine stationäre Alkohol-Rehabilitation innerhalb von 3 Monaten nach der AH-Diagnose. Patient*innen, die ≤ 4 Wochen nach der AH-Diagnose verstarben (6,5%; n = 5282) oder zensiert wurden (12,5%; n = 10.180), wurden ausgeschlossen. Gemessen wurden die angepassten Hazard-Ratios (aHRs) und die angepassten Odds-Ratios (aORs) innerhalb der Gesamtkohorte und in nach Propensity-Score gematchten Stichproben.
Ergebnisse: 12% der insgesamt 65.737 Patient*innen (Altersmedian: 52 Jahre; Interquartilenabstand [IQR]: 44–60 Jahre; 76% männlich) starben oder unterzogen sich einer Lebertransplantation. Eine stationäre Alkohol-Rehabilitation fand bei 25% der Patient*innen statt (15,2% der Patient*innen mit CAH) und war bei 13,3% die Hauptdiagnose bei Entlassung. Die 1-Jahres-Überlebensrate ohne Transplantation lag bei 94% (95% Konfidenzintervall [CI]: 94–95%) bei den rehabilitierten Patient*innen, verglichen mit 85% (95% CI: 85–86%) bei den Patient*innen ohne Rehabilitation (aHR = 0,62; 95% CI: 0,57–0,69; p
Schlussfolgerungen: Eine stationäre Alkohol-Rehabilitation innerhalb von 3 Monaten nach Diagnose einer Alkohol-assoziierten Hepatitis (AH) und einer schweren Form der AH mit Komplikationen verbessert die Rate des transplantationsfreien Überlebens, wird aber bislang nicht ausreichend genutzt.