Pankreas

Am J Gastroenterol. 2024;119(12):2426-2435

Tailored hydration with lactated Ringer’s solution for postendoscopic retrograde cholangiopancreatography pancreatitis prevention: A randomized controlled trial

Cho E, Kim SH, Park CH, Yoon JH, Lee SO, Kim TH, Chon HK

Angepasste Volumensubstitution mit Ringer-Laktat-Lösung zur Verhinderung einer Pankreatitis nach endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikografie: eine randomisierte kontrollierte Studie


Einführung: Eine aggressive Volumensubstitution mit Ringer-Laktat-Lösung verhindert Pankreatitis nach endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikografie (ERCP). Bedenken bei dieser Strategie betreffen das große Volumen und die lange Dauer der Flüssigkeitszufuhr. Diese Studie wurde durchgeführt, um die Wirksamkeit der angepassten aggressiven Volumensubstitution (tailored aggressive hydration, TAH) zur Verhinderung einer PEP (post-ERCP-Pankreatitis) zu untersuchen.
Methoden: In dieser prospektiven, multizentrischen, doppelblinden, randomisierten Studie in 3 Krankenhäusern der Tertiärversorgung in Korea wurden Patient*innen, die sich erstmals einer ERCP unterzogen, randomisiert (1:1) Gruppen mit angepasster Standard-Volumensubstitution (tailored standard hydration, TSH) oder TAH zugeordnet. Die TSH-Gruppe erhielt Ringer-Laktat-Lösung 1,5 ml/kg/h während und nach der ERCP, wogegen der TAH-Gruppe ein 20-ml/kg-Bolus post-ERCP sowie 3 ml/kg/h während und nach dem Verfahren verabreicht wurden. Beide Gruppen wurden 4–6 Stunden nach ERCP auf erhöhte Serumamylase-Spiegel und Schmerzen hin untersucht. War beides nicht vorhanden, wurde die Volumensubstitution beendet. Lag einer der Parameter vor, wurde die Volumensubstitution für insgesamt 8 Stunden in der ursprünglichen Geschwindigkeit fortgesetzt. Der primäre Endpunkt, die Entwicklung einer post-ERCP-Pankreatitis, wurde in einer Intention-to-Treat-Analyse ausgewertet.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 344 Patient*innen randomisiert Behandlungsgruppen zugeordnet (171 der TSH-Gruppe und 172 der TAH-Gruppe). PEP wurde bei 9,4% (16/171) in der TSH-Gruppe und 3,5% (6/172) in der TAH-Gruppe beobachtet (relatives Risiko = 0,37; 95% Konfidenzintervall: 0,15–0,93, p = 0,03). Zwischen den 2 Gruppen wurde kein Unterschied bei PEP-Schweregrad (p = 0,80) und Komplikationen in Zusammenhang mit Volumenüberladung (p = 0,32) ermittelt.

Diskussion: Eine an das Vorliegen von Abdominalschmerzen oder erhöhten Serumamylase-Spiegeln 4–6 Stunden nach endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikografie (ERCP) angepasste aggressive Volumensubstitution ist sicher und verhindert die Entstehung einer Post-ERCP-Pankreatitis (PEP).

C.H. Park, Division of Gastroenterology, Department of Internal Medicine, Chonnam National University Medical School, Chonnam National University Hospital, Gwangju, Südkorea, E-Mail: p1052ccy@hanmail.net

DOI:  10.14309/ajg.0000000000002903

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