Ösophagus bis Dünndarm

Gut. 2025;74(10):1561-1570

Helicobacter pylori antibiotic resistance: A global challenge in search of solutions

Schulz C, Liou JM, Alboraie M, Bornschein J, Campos Nunez C, Coelho LG, Quach DT, Fallone CA, Chen YC, Gerhard M, Gisbert JP, Jung HY, Katelaris PH, Kim JG, Lu H, Macke L, Mahachai V, Moss SF, Remes Troche JM, Riquelme A, Romano M, Setshedi M, Smith S, Suerbaum S, Tshibangu-Kabamba E, Vilaichone RK, Yadegar A, Yamaoka Y, Mégraud F, El-Omar EM, Sugano K, Malfertheiner P

Antibiotikaresistenz von Helicobacter pylori: eine globale Herausforderung und die Suche nach Lösungen


Hintergrund: Die Resistenz von Helicobacter pylori gegenüber häufig bei Eradikationstherapien eingesetzten Antibiotika nimmt vielerorts dramatisch zu; neue Strategien zur Behandlung dieser Infektionskrankheit werden benötigt.
Zielsetzung: Diese Studie wurde durchgeführt, um Informationen über die Antibiotikaresistenz (AR) von H. pylori sowie über aktuelle Strategien für den Umgang mit H. pylori, einschließlich Fragen der öffentlichen Gesundheit, von einem globalen Standpunkt aus zu sammeln und zu aktualisieren.
Studiendesign: Es wurde eine internationale Erhebung in 31 Ländern auf 6 Kontinenten durchgeführt, um zentrale Fragen zur Behandlung der AR im Zusammenhang mit H. pylori zu klären. Zu den einzelnen Aspekten zählten die Prävalenz der AR gegenüber bestimmten Antibiotika, Antibiotika-Resistenzbestimmung (Antibiotic Susceptibility Testing, AST) in verschiedenen Gesundheitssystemen, die Verfügbarkeit von Arzneimitteln, Fragen zur Kostenerstattung und Strategien zur Überwachung der AR von H. pylori.
Ergebnisse: Die Resistenz gegenüber den wirksamsten Antibiotika, die bei der Eradikation von H. pylori eingesetzt werden, nimmt weltweit zu, wobei die Resistenz gegenüber Clarithromycin und Levofloxacin in 24 von 31 bzw. 18 von 31 Ländern bei über 15% lag. Amoxicillin bildet mit Resistenzraten von unter 2% in 14 von 31 Ländern weiterhin eine Ausnahme. Allerdings melden einige afrikanische Länder Amoxicillin-Resistenzraten von über 90%. Am wirksamsten sind Behandlungsregimes auf Bismut-Basis; sie werden in mehreren Ländern als Erstlinientherapie empfohlen. Mehr als 1 Milliarde Menschen weltweit haben aber keinen Zugang zu Bismut-basierten Therapien. PCR-Tests auf AR werden in 16 von 26 Ländern durchgeführt, jedoch nur in 4 Ländern erstattet, während Tests auf der Basis von Next Generation Sequencing in 3 Ländern verfügbar sind, aber nicht erstattet werden. In 22 von 26 Ländern gibt es nur kulturbasierte Testmethoden (die Kosten werden in 9 von 26 Ländern erstattet). Programme zur Überwachung der AR existieren lediglich in 4 von 26 Ländern. Daher wird in den meisten Ländern eine empirische Therapie mit dem wirksamsten lokal verfügbaren Behandlungsregime praktiziert.

Schlussfolgerung: Der dramatische weltweite Anstieg der Antibiotikaresistenz von H. pylori erfordert dringend eine Anpassung der derzeitigen Behandlungsstrategien. Mögliche Lösungsansätze umfassen die Antibiotika-Resistenzbestimmung-basierte Auswahl wirksamer Behandlungsregimes, die Ermittlung neuer Kombinationen aus bestehenden Arzneimitteln und die Erforschung neuartiger Arzneimittel.

C. Schulz, Medical Department 2, LMU Munich, Munich, Germany, e-mail: chr.schulz@med.uni-muenchen.de

DOI:  10.1136/gutjnl-2025-335523

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