Pankreas

Endoscopy. 2024;56(9):676–83

Impact of long-term transmural plastic stents on recurrence after endoscopic treatment of walled-off pancreatic necrosis

de Jong DM, Stassen PMC, Schoots IG, Verdonk RC, Bruno MJ, Voermans RP, de Jonge PJF

Auswirkung dauerhaft implantierter transmuraler Kunststoffstents auf ein Rezidiv nach endoskopischer Behandlung einer abgekapselten Nekrose des Pankreas


Hintergrund: Die endoskopische transmurale Drainage (ETD) unter Verwendung von Doppel-Pigtail-Stents (DPSs) ist eine bewährte Behandlung für eine abgekapselte Nekrose des Pankreas (walled-off necrosis, WON). Diese Studie zielte auf den Vergleich der Therapieergebnisse bei Patient*innen mit ETD ab, bei denen die DPSs im Körper verweilten versus denen mit Entfernung oder Migration der Stents.
Methoden: Diese retrospektive multizentrische Kohortenstudie schloss Patient*innen mit WON ein, die sich zwischen Juli 2001 und Dezember 2019 einer ETD mithilfe von DPSs unterzogen. Der primäre Endpunkt war das Wiederauftreten einer pankreatischen Flüssigkeitsansammlung (pancreatic fluid collection, PFC). Sekundäre Endpunkte umfassten Langzeitkomplikationen und Faktoren, die mit dem Wiederauftreten einer PFC assoziiert waren. In der konkurrierenden Risikoregressionsanalyse galt eine Entfernung oder Migration des DPS als zeitabhängige Kovariable.
Ergebnisse: Unter den 320 Patient*innen (medianes Alter: 58 Jahre; 36% Frauen) wurde eine Entfernung der DPSs bei 153 (47,8%), eine spontane Migration bei 27 (8,4%) und ein Verweilen bei 140 (43,8%) Patient*innen verzeichnet. Ein Wiederauftreten der PFC wurde bei 57 (17,8%) Patient*innen beobachtet: nach Entfernung (n = 39; 25,5%); nach Migration (n = 4; 14,8%); bei Patient*innen mit Verweil-DPSs (n = 14; 10,0%). Bei 25 (7,8%) Patient*innen war eine Drainage der wiederauftretenden PFC angezeigt. Risikofaktoren für ein Wiederauftreten der PFC umfassten die Entfernung oder Migration des DPS (Hazard-Ratio [HR] = 3,45, 95% Konfidenzintervall [CI]: 1,37–8,70) und das Vorliegen eines komplett unterbrochenen Pankreasgangs (HR = 5,08, 95% CI: 1,84–14,0).

Schlussfolgerungen: Bei Patient*innen, bei denen eine endoskopische transmurale Drainage einer abgekapselten Nekrose des Pankreas durchgeführt wird, scheint das Risiko wiederauftretender Flüssigkeitsansammlungen zu sinken, wenn Doppel-Pigtail-Stents (DPSs) in situ verweilen, ohne dass es dabei zu langfristigen DPS-assoziierten Komplikationen kommt. Diese Ergebnisse legen nahe, dass DPSs nicht routinemäßig entfernt werden sollten und auf unbestimmte Zeit sicher im Körper verweilen können.

P.J.F. de Jonge, Department of Gastroenterology and Hepatology, Erasmus Medical Center, University Medical Center, Rotterdam, Niederlande, E-Mail: p.dejonge@erasmusmc.nl

DOI:  10.1055/a-2307-7123

Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Artikel zum Thema