Ösophagus bis Dünndarm

J Crohns Colitis. 2025;19(1):jjae193

Durable remission after ileocolic resection for Crohn’s disease is achievable in selected patients. Long-term results of a prospective multicentric cohort study of the GETAID Chirurgie

Abdalla S, Benoist S, Maggiori L, Lefèvre JH, Denost Q, Cotte E, Germain A, Beyer-Berjot L, Desfourneaux V, Rahili A, Duffas JP, Pautrat K, Denet C, Bridoux V, Meurette G, Faucheron JL, Loriau J, Souche FR, Corte H, Vicaut É, Zerbib P, Panis Y, Brouquet A

Bei ausgewählten Patient*innen ist eine dauerhafte Remission nach Ileozökalresektion bei Morbus Crohn möglich. Langzeitergebnisse einer prospektiven multizentrischen Kohortenstudie der GETAID Chirurgie


Hintergrund und Ziele: Postoperative Rezidive, die eine Intensivierung der medizinischen Behandlung oder einen Revisionseingriff erfordern, treten nach einer Ileozökalresektion bei M. Crohn häufig auf. Mit dieser Studie sollte eine Untergruppe von Patient*innen mit M. Crohn ermittelt werden, bei denen durch eine Ileozökalresektion eine dauerhafte Remission erreicht werden könnte.
Methoden: In dieser retrospektiven Follow-up-Studie wurden 592 M.-Crohn-Patient*innen analysiert, die sich in einer landesweiten prospektiven Kohorte in den Jahren 2013–2015 einer Ileozökalresektion unterzogen hatten. Eingeschlossen wurden Patient*innen mit einer Nachbeobachtungszeit von > 36 Monaten. Der primäre Endpunkt war eine dauerhafte Remission, definiert als das Ausbleiben eines endoskopisch nachweisbaren Rezidivs und/oder einer Intensivierung der medizinischen Behandlung. Uni- und multivariate Analysen wurden herangezogen, um Prognosefaktoren für eine dauerhafte Remission zu ermitteln.
Ergebnisse: Von den 268 eingeschlossenen Patient*innen hatten 59% den B2-Phänotyp, 70% eine erste vorangegangene Ileozökalresektion und 66% eine postoperative medizinische Behandlung. Nach einem medianen Nachbeobachtungszeitraum von 85 (36–104) Monaten kam es bei 52 Patient*innen (19%) zu einer dauerhaften Remission. Von diesen benötigten 24 (46%) keine medizinische Behandlung und behielten 28 (54%) ihre postoperative Therapie bei, wie etwa Anti-Tumor-Nekrose-Faktor bei 15 von 28 Patient*innen (54%). Durch einen chirurgischen Eingriff konnte der Krankheitsverlauf bei 112 Patient*innen (41,7%) stabilisiert werden, darunter waren 22,4% Fälle endoskopisch nachweisbarer Rezidive, bei denen keine Behandlung auf M. Crohn eingeleitet oder intensiviert werden musste. Die Rate der dauerhaften Remissionen war signifikant erhöht beim B1-Phänotyp im Vergleich zu B2/B3 (n = 7/18; 39% vs. n = 45/250; 18%; p = 0,030) und bei der ersten im Vergleich zu einer erneuten Ileozökalresektion (n = 43/184; 23% vs. n = 9/80; 11%, p = 0,023). In der multivariaten Analyse war der B1-Phänotyp der einzige unabhängige Prognosefaktor für eine dauerhafte Remission (Odds-Ratio = 3,59; 95% Konfidenzintervall: 1,13–11,37; p = 0,030).

Schlussfolgerungen: Eine chirurgische Behandlung des Morbus Crohn führte bei 20% der Patient*innen zu einer dauerhaften Remission; bei jenen mit einem B1-Phänotyp war der Anteil mit 40% höher. Diese Ergebnisse sprechen für einen chirurgischen Eingriff als Alternative zur medikamentösen Behandlung, da er eine behandlungsfreie, dauerhafte Remission ermöglicht und die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten aufrechterhält.

A. Brouquet, Department of Digestive Surgery and Surgical Oncology, Bicêtre University Hospital, Assistance Publique – Hôpitaux de Paris, Le Kremlin-Bicêtre, Frankreich, E-Mail: antoine.brouquet@aphp.fr

DOI:  10.1093/ecco-jcc/jjae193

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