Dickdarm bis Rektum

Inflamm Bowel Dis. 2025;31(1):77-86

Clinical pharmacist counselling improves long-term medication safety and patient-reported outcomes in anti-TNF-treated patients with inflammatory bowel diseases: The prospective, randomized AdPhaNCED trial

Plechschmidt J, Fietkau K, Hepp T, Dietrich P, Fischer S, Krebs S, Neurath MF, Dörje F, Atreya R

Beratung durch Fachapotheker*innen für klinische Pharmazie verbessert langfristige Medikationssicherheit und patientenberichtete Ergebnisse bei Patient*innen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung unter Anti-TNF-Behandlung: die prospektive, randomisierte AdPhaNCED-Studie


Hintergrund: Die Behandlung mit Anti-Tumor-Nekrose-Faktor(Anti-TNF)-Antikörpern hat zu deutlichen Verbesserungen beim Management von Patient*innen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) geführt. Allerdings ist die Anti-TNF-Therapie mit potenziellen unerwünschten Arzneimittelwirkungen (adverse drug reactions, ADRs) verbunden. In dieser prospektiven, randomisierten Studie wurde die Auswirkung einer intensivierten Beratung durch Fachapotheker*innen für klinische Pharmazie im Rahmen eines multidisziplinären Teams auf die Medikationssicherheit bei CED-Patient*innen untersucht, die mit Anti-TNF behandelt wurden.
Methoden: Patient*innen mit CED unter laufender Anti-TNF-Behandlung wurden in diese AdPhaNCED-Studie an Zentren der Tertiärversorgung eingeschlossen und randomisiert der Behandlung mit entweder konventioneller Standardtherapie (Kontrollgruppe) oder zusätzlicher Beratung durch Fachapotheker*innen für klinische Pharmazie (Interventionsgruppe) über 12 Monate zugeteilt. Der primäre Endpunkt bestand aus der Anzahl und Schwere der mit der Anti-TNF-Therapie assoziierten ADRs. Sekundäre Endpunkte umfassten die Patientenzufriedenheit mit der Medikationsinformation und die Medikationssicherheit.
Ergebnisse: In diese Studie wurden 127 CED-Patient*innen eingeschlossen. Die Inzidenz Anti-TNF-assoziierter ADRs war in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe nach 12 Monaten signifikant geringer (0,20 vs. 0,32 [Mittelwert] ADR/Patient*in/Monat, p = 0,006). In der Kontrollgruppe war das Risiko für schwerere ADRs (Common Terminology Criteria for Adverse Events [CTCAE] von Grad ≥ 2) signifikant höher als in der Interventionsgruppe (Hazard-Ratio [HR] = 0,34; p = 0,001). Die Wahrscheinlichkeit des Abklingens der ADRs (HR = 2,02; p < 0,001) und die Patientenzufriedenheit mit der Medikationsinformation (14,82 vs. 11,60; p < 0,001) waren in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher.

Schlussfolgerungen: Diese Studienergebnisse zeigen, dass eine intensivierte pharmazeutische Beratung das Auftreten und den Schweregrad von Therapie-assoziierten unerwünschten Arzneimittelwirkungen signifikant reduziert und die Patientenzufriedenheit verbessert. Deshalb sollten Fachapotheker*innen für klinische Pharmazie in einen ganzheitlichen Ansatz bei der Versorgung der chronisch entzündlichen Darmerkrankung durch ein multidisziplinäres Team eingebunden werden.

J. Plechschmidt, Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, E-Mail: johannes.plechschmidt@uk-erlangen.de

DOI:  10.1093/ibd/izae040

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