Ösophagus bis Dünndarm

JAMA. 2025;334(13):1160-1169

Helicobacter pylori screening after acute myocardial infarction: The cluster randomized crossover HELP-MI SWEDEHEART trial

Hofmann R, James S, Sundqvist MO, Wärme J, Angerås O, Alfredsson J, Erlinge D, Arefalk G, Arstad G, Blomberg S, Fröbert O, Hambraeus K, Hellström PM, Lauermann J, Lidin M, Lindhagen L, Mourtzinis G, Schoede C, Thunström E, Voldberg B, Wagner H, Östlund O, Jernberg T, Bäck M

Helicobacter-pylori-Screening nach akutem Myokardinfarkt: Die Cluster-randomisierte Crossover-Studie HELP-MI SWEDEHEART


Hintergrund: Nach akutem Myokardinfarkt kommt es häufig zu oberen gastrointestinalen Blutungen.
Zielsetzung: Beurteilung, ob ein routinemäßiges Screening auf Helicobacter-pylori-Infektion während eines stationären Aufenthalts infolge Myokardinfarkts Blutungsereignisse reduziert und klinische Endpunkte verbessert.
Design, Setting und Teilnehmende: Eine landesweite, unverblindete Cluster-randomisierte klinische Crossover-Studie mit 2 Phasen und 2 Abfolgen, bei der zur Definition der Studienpopulation ein klinisches Register verwendet wurde und die Datenerhebung in Verbindung mit nationalen schwedischen Gesundheitsregistern erfolgte. In der Zeit vom 17. November 2021 bis zum 17. Januar 2024 wurden 35 in 18 Cluster gruppierte schwedische Krankenhäuser randomisiert der Abfolge von 1 Jahr mit routinemäßigem H.-pylori-Screening aller Patient*innen mit akutem Myokardinfarkt, gefolgt von einer 2-monatigen Auswaschphase und anschließendem Crossover auf 1 Jahr mit üblicher Versorgung – oder der umgekehrten Abfolge – zugeteilt. Die Patient*innen wurden bis zum 17. Januar 2025 nachbeobachtet. Intervention: In Phasen mit Screening erfolgte ein routinemäßiges H.-pylori-Screening mittels Harnstoffatemtest, zusätzlich zur Standardversorgung, bei allen wegen Myokardinfarkt stationär aufgenommenen Patient*innen. Primärer Endpunkt und Ergebnisparameter: Obere gastrointestinale Blutung, analysiert mithilfe eines negativen Binomialmodells in der Intention-to-Treat-Population.
Ergebnisse: Es wurden 18.466 Patient*innen (medianes Alter: 71 Jahre [Interquartilenabstand: 61–79]; 13.138 Männer [71%]) mit Myokardinfarkt nachbeobachtet: 9245 in den Phasen mit Screening und 9221 in den Phasen ohne Screening. Bei Aufnahme gaben 2284 in den Phasen mit Screening und 2275 in den Phasen ohne Screening (jeweils 24,7%) an, Protonenpumpeninhibitoren anzuwenden. In den Phasen mit Screening waren bei 6480 Patient*innen (70%) Tests durchgeführt worden, und bei 1532 von ihnen (23,6%) fiel der Test auf H. pylori positiv aus. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 1,9 Jahren war bei 299 Patient*innen in der Screening-Gruppe (Inzidenzrate [IR] = 16,8 Ereignisse je 1000 Personenjahre; kumulativer Hazard nach 3 Jahren = 4,1%) und bei 336 Patient*innen in der Gruppe mit üblicher Versorgung (IR = 19,2 Ereignisse je 1000 Personenjahre; kumulativer Hazard nach 3 Jahren = 4,6%) der primäre Endpunkt, also eine obere gastrointestinale Blutung, eingetreten (Ratenverhältnis [rate ratio, RR] = 0,90; 95% Konfidenzintervall [CI]: 0,77–1,05; p = 0,18). Die vorab definierten, nicht bezüglich multiplen Testens angepassten Subgruppen-Analysen zeigten einen heterogenen Interventionseffekt; für keine Anämie (RR = 0,98; 95% CI: 0,80–1,21), leichte Anämie (RR = 0,64; 95% CI: 0,42–0,98) und mittelschwere bis schwere Anämie (RR = 0,44; 95% CI: 0,23–0,87; p-Wert für Interaktion = 0,03).

Schlussfolgerungen und Relevanz: Bei nicht-selektierten Patient*innen mit akutem Myokardinfarkt bewirkte ein routinemäßiges H.-pylori-Screening keine signifikante Reduktion des Risikos für obere gastrointestinale Blutungen.

R. Hofmann, Department of Clinical Science and Education, Division of Cardiology, Karolinska Institutet, Södersjukhuset, Stockholm, Sweden, e-mail: robin.hofmann@ki.se

DOI:  10.1001/jama.2025.15047

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