Leber und Gallenwege

Lancet Gastroenterol Hepatol. 2024;9(12):1090-1100

Denifanstat for the treatment of metabolic dysfunction-associated steatohepatitis: A multicentre, double-blind, randomised, placebo-controlled, phase 2b trial

Loomba R, Bedossa P, Grimmer K, Kemble G, Martins EB, McCulloch W, O’Farrell M, Tsai WW, Cobiella J, Lawitz E, Rudraraju M, Harrison SA

Denifanstat zur Behandlung der metabolische Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis: eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Phase-IIb-Studie


Hintergrund: Denifanstat, ein oraler Inhibitor des Fettsäuresynthase-Gens (fatty acid synthase, FASN) blockiert die De-novo-Lipogenese, einen zentralen Signalweg, der zur progressiven Lipotoxizität, Entzündung und Fibrose bei der metabolische Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASH) führt. Diese Studie hatte zum Ziel, die Sicherheit und die Wirksamkeit von Denifanstat zur Verbesserung der Leberhistologie bei Patient*innen mit MASH und mittelschwerer bis fortgeschrittener Fibrose zu untersuchen.
Methoden: Diese multizentrische, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Phase-IIb-Studie wurde an 100 Prüfzentren in den USA, Kanada und Polen durchgeführt. Nach einer Screeningphase von bis zu 90 Tagen wurden Teilnehmer*innen ab 18 Jahren mit bioptisch bestätigter MASH und Fibrose im Stadium F2 oder F3 nach dem Zufallsprinzip (2:1) ausgewählt und erhielten über einen Zeitraum von 52 Wochen einmal täglich entweder 50 mg Denifanstat oral oder ein Placebo. Die Teilnehmer*innen wurden über ein zentral verwaltetes interaktives Web-Response-System dynamisch den Behandlungsgruppen zugewiesen und nach Typ-2-Diabetes, Region und Fibrosestadium stratifiziert. Die Prüfärzte, Patient*innen und der Sponsor wussten bis zur Schließung der Datenbank nicht, wer welcher Gruppe angehörte. Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren eine Verbesserung des Scores für die Aktivität der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (non-alcoholic fatty liver disease activity score, NAS) um mindestens 2 Punkte ohne Verschlechterung der Fibrose oder ein Abklingen der MASH mit einer Verbesserung des NAS um mindestens 2 Punkte ohne Verschlechterung der Fibrose in Woche 52, bewertet anhand einer Intention-to-Treat-Analyse (ITT). Die Sicherheit wurde bei allen Teilnehmer*innen untersucht, die mindestens 1 Dosis der Studienmedikation erhalten hatten.
Erkenntnisse: Von den 1087 Personen, die zwischen dem 2. Juni 2021 und dem 28. Juni 2022 an der Screening-Untersuchung teilgenommen hatten, wurden 168 geeignete Teilnehmer*innen randomisiert einer Behandlung mit täglich 1 Dosis 50 mg Denifanstat (n = 112) oder Placebo (n = 56) zugewiesen. Alle 168 Teilnehmer*innen (100 weiblich, 68 männlich) erhielten mindestens 1 Dosis der Studienmedikation. In der ITT-Population wiesen 42 (38%) der 112 Teilnehmer*innen in der Denifanstat-Gruppe eine Verbesserung des NAS um mindestens 2 Punkte auf, ohne dass sich die Fibrose verschlimmerte, versus 9 (16%) der 56 Teilnehmer*innen in der Placebogruppe (allgemeine Risikodifferenz 21,0%, 95% Konfidenzintervall [CI]: 8,1–33,9; p = 0,0035). 29 (26%) der 112 Teilnehmer*innen in der Denifanstat-Gruppe zeigten ein Abklingen der MASH mit einer Verbesserung des NAS um mindestens 2 Punkte ohne eine Verschlechterung der Fibrose im Vergleich zu 6 (11%) der 56 Teilnehmer*innen in der Placebogruppe (allgemeine Risikodifferenz 13,0%, 0,7–25,3; p = 0,0173). Die häufigsten therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse waren COVID-19 (19/112 [17%] in der Denifanstat-Gruppe vs. 6/56 [11%] in der Placebogruppe), Symptome des trockenen Auges (10/112 [9%] vs. 8/56 [14%]) und Alopezie (21/112 [19%] vs. 2/56 [4%]). Alle unerwünschten Ereignisse, die mit der Studienmedikation in Zusammenhang gebracht wurden, waren vom Schweregrad 1 oder 2. Keines der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (13 [12%] bei den 112 Teilnehmer*innen in der Denifanstat-Gruppe vs. 3 [5%] bei den 56 in der Placebogruppe) wurde als arzneimittelbedingt eingestuft.

Interpretation: Die Behandlung mit Denifanstat führte zu statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Verbesserungen der Krankheitsaktivität, einem Abklingen der metabolische Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASH) und der Fibrose. Die Ergebnisse dieser Phase-IIb-Studie sprechen für die weitere Untersuchung von Denifanstat in Studien der Phase III.

R. Loomba, MASLD Research Center, University of California at San Diego, Altman Clinical and Translational Research Institute, La Jolla, CA, USA, E-Mail: roloomba@health.ucsd.edu

DOI:  10.1016/s2468-1253(24)00246-2

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