Dickdarm bis Rektum

Aliment Pharmacol Ther. 2024;60(3):357–68

Clinical course of ulcerative colitis: Frequent use of biologics and low colectomy rate first year after diagnosis – Results from the IBSEN III inception cohort

Strande V, Lund C, Hagen M, Bengtson MB, Cetinkaya RB, Detlie TE, Frigstad SO, Høie O, Medhus AW, Henriksen M, Aass Holten KI, Hovde Ø, Huppertz-Hauss G, Johansen I, Olsen BC, Opheim R, Ricanek P, Torp R, Tønnessen T, Vatn S, Aabrekk TB, Høivik ML, Kristensen VA

Der klinische Verlauf der Colitis ulcerosa: häufige Anwendung von Biologika und geringe Kolektomie-Rate im ersten Jahr nach der Diagnose – Ergebnisse der Anfangskohorte in der IBSEN-III-Studie


Hintergrund: Die Einführung biologischer Therapien und die Behandlungsstrategie „Treat-to-Target“ hat möglicherweise den Krankheitsverlauf der Colitis ulcerosa (CU) verändert.
Ziele: Beschreibung des frühen Krankheitsverlaufs und des Therapieergebnisses beim Follow-up nach 1 Jahr in einer populationsbasierten Anfangskohorte erwachsener Patient*innen mit neu diagnostizierter CU.
Methoden: Die Inflammatory Bowel Disease in South-Eastern Norway (IBSEN) III Studie ist eine populationsbasierte Anfangskohortenstudie mit prospektivem Follow-up. Eingeschlossen wurden Patient*innen mit neu diagnostizierter chronisch entzündlicher Darmerkrankung im Zeitraum von 2017–2019. Ausgewertet wurden die Daten von Patient*innen im Alter ≥ 18 Jahren zum Zeitpunkt der CU-Diagnose, die an der Follow-up-Untersuchung nach 1 Jahr teilgenommen hatten. Die Autor*innen erhoben demografische, klinische und endoskopische Daten zum Zeitpunkt der Diagnose und beim Follow-up nach 1 Jahr.
Ergebnisse: Eingeschlossen wurden 877 Patient*innen mit CU (medianes Alter: 36 Jahre [Bereich: 18–84], 45,8% Frauen). Bei der Diagnosestellung hatten 39,2% eine Proktitis, 24,7% eine linksseitige Colitis und 36,0% eine ausgedehnte Colitis. Beim Follow-up nach 1 Jahr war die Krankheit bei 13,9% weiter fortgeschritten und 14,5% hatten eine Therapie mit mindestens 1 Biologikum erhalten. Die Kolektomie-Rate betrug 0,9%. Unter steroidfreier Behandlung zeigte sich bei 76,6% eine klinische Remission und bei 68,7% eine endoskopische Remission. Anämie und die Einleitung einer systemischen Steroid-Behandlung zum Zeitpunkt der Diagnose standen im Zusammenhang mit einer Biologika-Therapie innerhalb des ersten Jahrs nach der Diagnose.

Schlussfolgerung: In dieser populationsbasierten Anfangskohorte war die Kolektomie-Rate im ersten Jahr nach der Diagnose niedrig und bei einem hohen Anteil der Patient*innen war beim Follow-up nach 1 Jahr eine Remission festzustellen. Übereinstimmend mit den Erkenntnissen aus früheren Studien nimmt der Einsatz von Biologika-Therapien zu.

V. Strande, Department of Gastroenterology, Unger-Vetlesen Institute, Lovisenberg Diaconal Hospital, Oslo, Norwegen, E-Mail: vibeke.strande@lds.no

DOI:  10.1111/apt.18097

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