Leber und Gallenwege

Gastroenterology. 2024;167(2):357–67.e9

Metabolic dysfunction-associated fibrosis 5 (MAF-5) score predicts liver fibrosis risk and outcome in the general population with metabolic dysfunction

van Kleef LA, Francque SM, Prieto-Ortiz JE, Sonneveld MJ, Sanchez-Luque CB, Prieto-Ortiz RG, Kwanten WJ, Vonghia L, Verrijken A, De Block C, Gadi Z, Janssen HLA, de Knegt RJ, Brouwer WP

Der Metabolic Dysfunction-Associated Fibrosis 5 (MAF-5) Score gibt Aufschluss über Risiko und Outcome einer Leberfibrose bei Stoffwechselstörungen in der Allgemeinbevölkerung


Hintergrund und Ziele: Es gibt einen ungedeckten Bedarf an nicht-invasiven Tests zur Verbesserung der Fallfindung und zur Unterstützung der Primärversorger*innen bei der Überweisung von Patient*innen mit hohem Risiko einer Lebererkrankung.
Methoden: Der Metabolic Dysfunction-Associated Fibrosis 5 (MAF-5) Score wurde entwickelt und extern bei insgesamt 21.797 Patient*innen mit Stoffwechselstörungen in populationsbasierten Kohorten (National Health and Nutrition Examination Survey 2017–2020, National Health and Nutrition Examination Survey III und Rotterdam-Studie) sowie in krankenhausbasierten Kohorten (aus Antwerpen und Bogota) validiert. Fibrose war definiert als Lebersteifigkeit ≥ 8,0 kPa. Der MAF-5-Score wurde hinsichtlich der diagnostischen Genauigkeit mit dem Fibrose-4-Index (FIB-4), dem Non-Alcoholic Fatty Liver Disease Fibrosis Score (NFS), dem LiverRisk-Score und dem Steatosis-Associated Fibrosis Estimator (SAFE) verglichen. MAF-5 wurde extern validiert anhand von Messparametern der Lebersteifigkeit ≥ 8,0 kPa, mittels Scherwellen-Elastografie ≥ 7,5 kPa sowie mittels durch Biopsie gesicherter Steatohepatitis gemäß dem Metavir Score und dem Nonalcoholic Steatohepatitis Clinical Research Network Score, und wurde dann auf seine prognostische Leistungsfähigkeit getestet (Gesamtmortalität).
Ergebnisse: Der MAF-5-Score umfasst die Parameter Bauchumfang, Body-Mass-Index (berechnet als kg/m2), Diabetes, Aspartat-Aminotransferase sowie die Thrombozytenzahl. Mit diesem Score wurde für 60,9% ein geringes, für 14,1% ein mittleres und für 24,9% ein hohes Fibroserisiko vorhergesagt. Die beobachtete Prävalenz betrug 3,3%, 7,9% bzw. 28,1%. Die Fläche unter der Grenzwertoptimierungskurve war bei MAF-5 (0,81) signifikant höher als bei FIB-4 (0,61). Zudem war MAF-5 dem FIB-4 bei jungen Menschen (negativer prädiktiver Wert [NPV]: 99%; Fläche unter der Kurve [AUC]: 0,86 vs. NPV: 94%; AUC: 0,51) und älteren Erwachsenen (NPV: 94%; AUC: 0,75 vs. NPV: 88%; AUC: 0,55) überlegen. MAF-5 zeigte eine hervorragende Leistung beim Erkennen von Messparametern der Lebersteifigkeit ≥ 12 kPa (AUC: 0,86 Training; AUC: 0,85 Validierung) und eine gute Leistung beim Erkennen von Lebersteifigkeit und von durch Biopsie gesicherter Leberfibrose in den externen Validierungskohorten. Ein MAF-5-Score > 1 war mit einem erhöhten Risiko der Gesamtsterblichkeit in (un)angepassten Modellen assoziiert (angepasste Hazard-Ratio = 1,59; 95% Konfidenzintervall: 1,47–1,73).

Schlussfolgerungen: Der Metabolic Dysfunction-Associated Fibrosis 5 Score ist ein validiertes, altersunabhängiges, preisgünstiges Tool für Überweisungsentscheidungen, um Personen mit hohem Risiko für Leberfibrose und Gesamtmortalität in Populationen der Primärversorgung unter Anwendung einfacher Variablen zu identifizieren.

W.P. Brouwer, Department of Gastroenterology and Hepatology, Erasmus Medical Center, University Medical Center, Rotterdam, Niederlande, E-Mail: w.p.brouwer@erasmusmc.nl

DOI:  10.1053/j.gastro.2024.03.017

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