Dickdarm bis Rektum

Clin Gastroenterol Hepatol. 2025;23(5):835-845

Live rotavirus vaccination appears low-risk in infants born to mothers with inflammatory bowel disease on biologics

Ernest-Suarez K, Murguía-Favela LE, Constantinescu C, Fitzpatrick T, Top KA, Hu J, Jadavji T, Leung Y, Chan M, Panaccione R, Seow CH

Die Lebendimpfung gegen Rotaviren scheint bei Säuglingen, deren Mütter an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden und mit Biologika behandelt werden, mit geringen Risiken verbunden zu sein


Hintergrund und Ziele: Biologika-Therapien erzielen im Zusammenhang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Schwangerschaft verbesserte Behandlungsergebnisse bei Mutter und Fötus. Durch die Übertragung über die Plazenta entstehen nachweisbare Arzneimittelkonzentrationen bei Säuglingen. Eine Rotavirus-Infektion führt zu durchfallbedingten Krankenhausaufenthalten; der orale Lebendimpfstoff wird jedoch derzeit bei Biologika-exponierten Säuglingen nicht empfohlen. In dieser Studie wurden die Auswirkungen von Biologika-Therapien der Mutter auf das Immunsystem des Säuglings sowie die Sicherheit der Lebendimpfung gegen Rotaviren bei Säuglingen unter Biologika-Exposition untersucht.
Methoden: Bei Biologika-exponierten Säuglingen wurden standardisierte klinische Beurteilungen und Untersuchungen zur Wirkstoffkonzentration und zur Immunfunktion durchgeführt (großes Blutbild, Differenzialblutbild, Immunglobulinspiegel, differenzierte Quantifizierung der B-Zell- und T-Zell-Subpopulationen, rezente Thymusemigranten, Anzahl regulatorischer T-Zellen, Mitogen-Stimulationstests und Überprüfung der T-Zell-Rezeptor-Exzisionskreise im Neugeborenen-Screening). Rotavirus-Impfstoff-spezifische Nebenwirkungen nach den Impfungen wurden bis zu 42 Tage nach der letzten Dosis der jeweiligen Impfserie erfasst.
Ergebnisse: Insgesamt 57 Säuglinge wurden von 52 Müttern mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen geboren, die zum Zeitpunkt der Entbindung über einen medianen Zeitraum von 39 Wochen (Interquartilenabstand: 38–39 Wochen) mit Infliximab (n = 21), Adalimumab (n = 19), Vedolizumab (n = 10) oder Ustekinumab (n = 7) behandelt worden waren. Die für das Alter validierten immunologischen Untersuchungen waren bei allen Säuglingen normal, trotz medianen Infliximab-Konzentrationen von 6,1 µg/ml (Bereich: 0,4–28,8 µg/ml), Adalimumab-Konzentrationen von 1,7 µg/ml (Bereich: 0,7–7,9 µg/ml), Ustekinumab-Konzentrationen von 0,6 µg/ml (Bereich: 0–1,1) und nicht nachweisbaren Konzentrationen von Vedolizumab im Alter von 10,7 Wochen (Interquartilenabstand: 9,4–12,4). Die Impfserie mit oralem Rotavirus-Lebendimpfstoff erhielten 50 Säuglinge, wobei die erste Dosis in einem medianen Alter von 13 Wochen verabreicht wurde. Es wurden nach der Immunisierung keine Nebenwirkungen berichtet.

Schlussfolgerung: Die Untersuchungen der Immunfunktion zeigten normale Werte, und die Rotavirus-Lebendimpfung schien bei Biologika-exponierten Säuglingen unabhängig von der Wirkstoffkonzentration im Blut mit einem geringen Risiko verbunden zu sein.

C.H. Seow, Division of Gastroenterology and Hepatology, Department of Medicine, University of Calgary, Calgary, AB, Kanada, E-Mail: cseow@ucalgary.ca

DOI:  10.1016/j.cgh.2024.07.007

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