Leber und Gallenwege
N Engl J Med. 2025;392(24):2413-2424
Efruxifermin in compensated liver cirrhosis caused by MASH
Efruxifermin bei kompensierter, durch MASH verursachter Leberzirrhose
Hintergrund: In Phase-II-Studien bei Patient*innen mit Fibrose im Stadium 2 oder 3 infolge einer metabolische Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASH) reduzierte Efruxifermin, ein bivalentes Analogon des Fibroblastenwachstumsfaktors 21 (FGF21), die Fibrose und bewirkte eine Rückbildung der MASH. Es gibt Bedarf an Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Efruxifermin bei Patient*innen mit kompensierter Zirrhose (Fibrosestadium 4) aufgrund einer MASH.
Methoden: In dieser randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie der Phase IIb wurden Patient*innen mit MASH, bei denen eine bioptisch bestätigte kompensierte Zirrhose (Fibrosestadium 4) vorlag, einer Behandlung mit subkutan verabreichtem Efruxifermin (in einer Dosis von 28 mg oder 50 mg einmal wöchentlich) oder Placebo zugeteilt. Der primäre Endpunkt war eine Verringerung der Fibrose um mindestens 1 Stadium ohne Verschlechterung der MASH in Woche 36. Zu den sekundären Endpunkten gehörte dasselbe Kriterium in Woche 96.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 181 Patient*innen randomisiert und erhielten mindestens 1 Dosis Efruxifermin oder Placebo. Bei 154 dieser Patient*innen wurde nach 36 Wochen und bei 134 Patient*innen nach 96 Wochen eine Leberbiopsie durchgeführt. Nach 36 Wochen kam es bei 8 von 61 Patient*innen (13%) in der Placebo-Gruppe, bei 10 von 57 Patient*innen (18%) in der Gruppe mit 28 mg Efruxifermin (Differenz zu Placebo nach Ausgleich von Stratifizierungsfaktoren: 3 Prozentpunkte; 95% Konfidenzintervall [CI]: -11–17; p = 0,62), und bei 12 von 63 Patient*innen (19%) in der Gruppe mit 50 mg Efruxifermin (Differenz zu Placebo: 4 Prozentpunkte; 95% CI: -10–18; p = 0,52) zum Rückgang der Fibrose ohne Verschlechterung der MASH. Nach 96 Wochen kam es bei 7 von 61 Patient*innen (11%) in der Placebo-Gruppe, bei 12 von 57 Patient*innen (21%) in der Gruppe mit 28 mg Efruxifermin (Differenz zu Placebo: 10 Prozentpunkte; 95% Konfidenzintervall [CI]: -4–24), und bei 18 von 63 Patient*innen (29%) in der Gruppe mit 50 mg Efruxifermin (Differenz zu Placebo: 16 Prozentpunkte; 95% CI: 2–30) zum Rückgang der Fibrose ohne Verschlechterung der MASH. Gastrointestinale unerwünschte Ereignisse traten unter Efruxifermin häufiger auf und waren leicht oder mittelschwer ausgeprägt.
Schlussfolgerung: Bei Patient*innen mit kompensierter Zirrhose infolge einer metabolische Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis führte Efruxifermin nach 36 Wochen zu keiner signifikanten Verringerung der Fibrose.