Dickdarm bis Rektum
Gastroenterology. 2025;168(6):1128-1136.e4
A novel, IBS-specific IgG ELISA-based elimination diet in irritable bowel syndrome: A randomized, sham-controlled trial
Eine neuartige, RDS-spezifische Eliminationsdiät auf IgG-ELISA-Basis bei Reizdarmsyndrom: eine randomisierte, scheinbehandlungskontrollierte Studie
Hintergrund und Ziele: Für das Reizdarmsyndrom (RDS) werden personalisierte Ernährungstherapien benötigt. Hier könnte eine auf Immunglobulin(Ig)G-Antikörpern basierende Eliminationsdiät eine mögliche Lösung darstellen. Die bisherigen Studien weisen jedoch erhebliche methodische Einschränkungen auf. Mit dieser Studie sollte die Wirksamkeit einer Eliminationsdiät mittels eines neuartigen, RDS-spezifischen IgG-Assays beurteilt werden.
Methoden: Es wurde eine randomisierte, doppelblinde, scheinbehandlungskontrollierte Studie durchgeführt, in die Studienteilnehmer*innen mit RDS aus 8 Zentren eingeschlossen wurden. Studienteilnehmer*innen, die in einem IgG-Assay auf 18 Nahrungsmittel ≥ 1 positiv getestet wurden und während einer 2-wöchigen Einführungsphase eine durchschnittliche tägliche Bauchschmerz-Intensität zwischen 3,0 und 7,5 auf einer 11,0-Punkte-Skala aufwiesen, wurden randomisiert einer experimentellen antikörpergeleiteten Diät oder einer Scheindiät von jeweils 8 Wochen Dauer zugeteilt. Der primäre Endpunkt war ein ≥ 30%iger Rückgang der Bauchschmerz-Intensität in ≥ 2 der letzten 4 Wochen des Behandlungszeitraums.
Ergebnisse: Von den 238 randomisierten Studienteilnehmer*innen mit RDS wurden 223 für die modifizierte Intention-to-Treat-Analyse herangezogen. In der Gruppe mit der experimentellen Diät erreichte ein signifikant größerer Anteil der Studienteilnehmer*innen den primären Endpunkt als in der Scheindiätgruppe (59,6% vs. 42,1%; p = 0,02). Die Untergruppenanalyse ergab, dass der Anteil der Studienteilnehmer*innen mit obstipationsdominantem RDS oder RDS mit gemischtem Stuhlverhalten, die den primären Endpunkt erreichten, in der Gruppe mit der experimentellen Diät höher war als in der Scheindiätgruppe (67,1% vs. 35,8% bzw. 66% vs. 29,5%).
Schlussfolgerungen: Studienteilnehmer*innen unter IgG-geleiteter Eliminationsdiät erreichten den primären Endpunkt mit größerer Wahrscheinlichkeit als diejenigen mit einer Scheineliminationsdiät. Die Untergruppenanalyse deutet auf einen stärkeren Nutzen für Patient*innen mit obstipationsdominantem Reizdarmsyndrom (RDS) und RDS mit gemischtem Stuhlverhalten hin. Dies unterstreicht die potenzielle Wirksamkeit einer personalisierten Eliminationsdiät auf der Grundlage eines neuartigen RDS-spezifischen IgG-Assays. Eine umfassendere Studie ist erforderlich, um diese Beobachtungen zu bestätigen.