Pankreas
Inflamm Bowel Dis. 2025;31(1):123-130
Prior appendectomy is associated with a milder clinical course in Crohn’s disease: A nationwide population-based cohort study
Eine vorangegangene Appendektomie ist mit einem milderen klinischen Verlauf bei Morbus Crohn verbunden: eine landesweite populationsbasierte Kohortenstudie
Hintergrund: Eine Appendektomie kann den klinischen Verlauf von M. Crohn beeinflussen; die Belege hierfür sind jedoch spärlich und widersprüchlich. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen einer Appendektomie und dem klinischen Verlauf von M. Crohn zu untersuchen.
Methoden: Es wurden alle Patient*innen, bei denen im Zeitraum von 1977 bis 2017 in Dänemark M. Crohn diagnostiziert wurde, anhand des dänischen nationalen Patientenregisters identifiziert. Patient*innen mit Appendektomie wurden mit bis zu 10 Vergleichspersonen mit M. Crohn und ohne Appendektomie gematcht, und die Raten der M.-Crohn-assoziierten Krankenhauseinweisungen von M.-Crohn-Patient*innen mit und ohne Appendektomie wurden anhand von Inzidenzratenverhältnissen (incidence rate ratios, IRRs) verglichen. Mittels stratifizierter Cox-Regressionsanalyse wurden die angepassten Hazard-Ratios (aHRs) für die Einleitung einer Biologika-Therapie oder für Darmresektionen berechnet.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 21.189 an M. Crohn erkrankte Patient*innen (1936 mit Appendektomie und 19.253 ohne) ermittelt und über einen medianen Zeitraum von 13,6 Jahren beobachtet. M.-Crohn-Patient*innen, die sich einer Appendektomie unterzogen hatten, wiesen eine geringere Rate an M.-Crohn-assoziierten Krankenhauseinweisungen auf (Appendektomien vor M. Crohn: IRR = 0,83; 95% Konfidenzintervall [CI]: Appendektomien nach M. Crohn: IRR = 0,85; 95% CI: 0,81–0,88) im Vergleich zu M.-Crohn-Patient*innen ohne Appendektomie. Bei Patient*innen mit einer Appendektomie vor der M.-Crohn-Diagnose war die Rate der Einleitung einer Biologika-Therapie im Vergleich zu M.-Crohn-Patient*innen ohne Appendektomie niedriger (aHR1 bis < 5Jahre = 0,61; 95% CI: 0,46–0,81; aHR5 bis < 10 Jahre = 0,47; 95% CI: 0,33–0,66; aHR10–20 Jahre = 0,61; 95% CI: 0,47–0,79), ebenso das Risiko, sich einer kolorektalen Resektion unterziehen zu müssen (aHR1 bis < 5Jahre = 0,94; 95% CI: 0,77–1,15; aHR5 bis < 10 Jahre = 0,63; 95% CI: 0,47–0,85; aHR10-20 Jahre = 0,75; 95% CI: 0,54–1,04). Die Raten von Dünndarmresektionen waren bei M.-Crohn-Patient*innen mit oder ohne Appendektomie vor der M.-Crohn-Diagnose vergleichbar. Eine nach der M.-Crohn-Diagnose durchgeführte Appendektomie hatte keinen Einfluss auf die Häufigkeit, mit der eine Biologika-Therapie eingeleitet oder eine Darmresektion durchgeführt wurde.
Schlussfolgerung: Der klinische Verlauf von M. Crohn ist bei Personen, die sich vor Diagnosestellung einer Appendektomie unterzogen hatten, milder.
DOI: 10.1093/ibd/izae059