Ösophagus bis Dünndarm

Gut. 2025;74(2):169-181

Liquid biopsy to identify Barrett’s oesophagus, dysplasia and oesophageal adenocarcinoma: The EMERALD multicentre study

Miyoshi J, Mannucci A, Scarpa M, Gao F, Toden S, Whitsett T, Inge LJ, Bremner RM, Takayama T, Cheng Y, Bottiglieri T, Nagetaal ID, Shrubsole MJ, Zaidi AH, Wang X, Coleman HG, Anderson LA, Meltzer SJ, Goel A; FINBAR-EMERALD collaborative group

Flüssigbiopsie zur Diagnostik eines Barrett-Ösophagus, einer Dysphagie und eines Ösophagus-Adenokarzinoms: die multizentrische EMERALD-Studie


Hintergrund: Es gibt keinen klinisch relevanten serologischen Marker für die Früherkennung des Ösophagus-Adenokarzinoms (EAC) und seiner Vorstufe, des Barrett-Ösophagus (BE).
Zielsetzung: Entwicklung und Test eines blutbasierten Assays für EAC und BE.
Studiendesign: EMERALD (Oesophageal MicroRNAs of BaRRett, Adenocarcinoma and Dysplasia) war eine groß angelegte, internationale, multizentrische Biomarker-Kohortenstudie mit 792 Proben von Patient*innen aus 4 Ländern zur Entwicklung und Validierung einer zirkulierenden miRNA-Signatur für die Früherkennung eines EAC und eines Hochrisiko-BE. Gewebebasierte miRNA-Sequenzierung und Microarray-Datensätze (n = 134) wurden verwendet, um miRNA-Kandidaten mit diagnostischem Potenzial zu identifizieren, gefolgt von einer Validierung anhand von 42 Paaren gematchten Krebs- und Normalgewebes. Die Zweckmäßigkeit der miRNA-Kandidaten wurde zunächst anhand von 108 Seren (44 EAC, 34 EAC-Vorstufe und 30 gesunde Kontrollen) beurteilt. Schließlich wurde ein maschinelles Lernmodell (XGBoost+AdaBoost) mit RT-qPCR-Ergebnissen von zirkulierenden miRNAs aus einer Trainingskohorte (n = 160) trainiert und unabhängig an einer externen Kohorte (n = 295) getestet.
Ergebnisse: Nach einem strengen Verfahren zum Nachweis und zur Auswahl von Biomarkern wurden 6 miRNAs identifiziert, die in allen Seren von Patient*innen im Vergleich zu gesunden Kontrollen aus 3 unabhängigen Kohorten unterschiedlicher Nationalitäten überexprimiert waren (miR-106b, miR-146a, miR-15a, miR-18a, miR-21 und miR-93). Anhand der Trainingskohorte (Fläche unter der Receiver-Operating-Characteristics-Kurve [AUROC]: 97,6%) wurde eine 6-miRNA-Diagnosesignatur erstellt und an einer unabhängigen Kohorte (AUROC, 91,9%) getestet. Mithilfe dieses Assays konnten auch Patient*innen mit BE unter solchen mit gastroösophagealer Refluxkrankheit identifiziert werden (AUROC: 94,8%, Sensitivität: 92,8%, Spezifität: 85,1%).

Schlussfolgerung: Mit einem umfassenden Ansatz, der eine unvoreingenommene, genomweite Identifizierung von Biomarkern und mehrere unabhängige experimentelle Validierungen vereint, hat das Autorenteam einen neuartigen Bluttest entwickelt und validiert, der die Screening-Optionen für Barrett-Ösophagus/Ösophagus-Adenokarzinom ergänzen könnte.

A. Goel, Department of Molecular Diagnostics and Experimental Therapeutics, Beckman Research Institute of City of Hope, Monrovia, CA, USA, E-Mail: ajgoel@coh.org

DOI:  10.1136/gutjnl-2024-333364

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