Dickdarm bis Rektum

Clin Gastroenterol Hepatol. 2023;21(12):3125–31.e2

Bile acid sequestrants in microscopic colitis: Clinical outcomes and utility of bile acid testing

Tome J, Sehgal K, Kamboj AK, Harmsen WS, Khanna S, Pardi DS

Gallensäurebinder bei mikroskopischer Kolitis: klinische Endpunkte und Bedeutung einer Gallensäurediagnostik

Gallensäurebinder könnten geeignet sein, um bei Patient*innen mit mikroskopischer Kolitis die Durchfälle zu kontrollieren. Die Datenlage hierzu ist aber noch schmal. Im Rahmen dieser Studie sollte die klinische Wirksamkeit einer Behandlung mit Gallensäurebindern sowie der Nutzen einer vorhergehenden Gallensäurediagnostik untersucht werden. Hierfür wurden Patient*innen ausgewertet, die an der Mayo Klinik zwischen 2010 und 2020 eine Behandlung mit Gallensäurebindern erhielten. Eine Gallensäuremalabsorption wurde durch Gallensäureuntersuchungen im Serum und Stuhl diagnostiziert. Endpunkte waren das klinische Ansprechen nach einer Behandlungsdauer von 12 ± 4 Wochen (komplett: Sistieren der Durchfälle; partiell: Verbesserung der Durchfälle um ≥ 50%; Nichtansprechen: Besserung der Durchfälle ≤ 50%) und eine Unverträglichkeit (Absetzen der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen). Mittels logistischer Regression wurden Prädiktoren für ein Ansprechen auf die Behandlung mit Gallensäurebindern untersucht. Es konnten 282 Patient*innen mit einem medianen Alter von 59 Jahren (Bereich, 20–87 Jahre) identifiziert werden, von denen 88,3% Frauen waren. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 4,5 Jahre (Bereich, 0,4–9,1 Jahre). Als Gallensäurebinder kamen Colestyramin (64,9%), Colesevelam (21,6%) oder Colestipol (13,5%) zum Einsatz. 49,3% der Patient*innen erreichten eine komplette Remission, während 16,3% ein partielles Ansprechen und 24,8% ein Nichtansprechen zeigten. Eine Unverträglichkeit bestand bei 9,6% der Patient*innen. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen Patient*innen mit einer Monotherapie im Vergleich zu einer Kombinationstherapie mit anderen Medikamenten (p = 0,98). Auch die Dosierung der Gallensäurebinder war nicht mit dem klinischen Ansprechen assoziiert (p = 0,51). Eine Gallensäurediagnostik wurde bei 31,9% der Patient*innen durchgeführt und zeigte bei 56,7% eine Gallensäureabsorption. Diese Ergebnisse korrelierten aber nicht mit dem Therapieansprechen. Nach Absetzen der Behandlung hatten 41,6% der Patient*innen ein Rezidiv der Beschwerden nach einer medianen Zeitdauer von 21 Wochen (Bereich, 1–172 Wochen).

In dieser großen Kohorte von Patient*innen mit mikroskopischer Kolitis (MK) und Behandlung mit Gallensäurebindern erreichten fast zwei Drittel der Behandelten ein partielles oder komplettes Ansprechen. Künftige Arbeiten müssen nun die pathogenetische Bedeutung von Gallensäurebindern bzw. der Gallensäuremalabsorption bei MK untersuchen.

D.S. Pardi, M.D., Professor of Medicine, Division of Gastroenterology and Hepatology, Mayo Clinic, Rochester, MN, USA, E-Mail: pardi.darrell@mayo.edu

DOI: 10.1016/j.cgh.2023.04.031

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