Ösophagus bis Dünndarm
Clin Gastroenterol Hepatol. 2025;23(13):2468-2476.e7
All-cause and cause-specific mortality in achalasia: A nationwide matched cohort study
Gesamtmortalität und ursachenspezifische Mortalität bei Achalasie: eine landesweite gematchte Kohortenstudie
Hintergrund und Ziele: Die Achalasie wurde mit einer erhöhten Mortalität in Verbindung gebracht. Allerdings gibt es nur wenig Evidenz aus großen populationsbasierten Kohorten. Ziel dieser Arbeit war die Beurteilung der Mortalität bei Personen mit Achalasie.
Methoden: Die landesweite Kohortenstudie schloss alle Erwachsenen in Schweden mit neu diagnostizierter Achalasie ein (n = 704; 1969–2017; Nachbeobachtungszeitraum bis 31. Dezember 2021), bei denen zuvor keine andere Erkrankung des Ösophagus bekannt war. Die Achalasie wurde anhand der Codes der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) bei Personen im nationalen schwedischen Patientenregister definiert, bei denen gemäß Dokumentation in der ESPRESSO-Histopathologie-Kohorte eine Ösophagusendoskopie mit Biopsie durchgeführt worden war. Den Personen mit Achalasie wurden bis zu 5 nach Alter, Geschlecht, Geburtsjahr und Landkreis gematchte Referenzpersonen aus der Allgemeinbevölkerung (n = 3348) zugeordnet. In einer sekundären Analyse wurden Vollgeschwister als sekundäre Referenzpersonen verwendet. Es wurden die Mortalitäts-Inzidenzraten (IRs) und mittels Cox-Proportional-Hazards-Modellierung die multivariat-angepassten Hazard-Ratios (aHRs) mit 95% Konfidenzintervallen (CIs) für die Gesamtmortalität und die ursachenspezifische Mortalität berechnet.
Ergebnisse: Über einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von 9,1 Jahren gab es 270 Todesfälle bei Personen mit Achalasie und 1023 Todesfälle bei Referenzpersonen (IR = 69,4 vs. 51,9/1000 Personenjahre). Dies entspricht einem um den Faktor 1,42 erhöhten Mortalitätsrisiko (95% CI: 1,21–1,65) bzw. 1 zusätzlichen Todesfall je 6 Personen mit Achalasie, die 10 Jahre lang beobachtet wurden. Es wurde ein erhöhtes Risiko festgestellt für Tod durch irgendeine Krebserkrankung (IR = 17,4 vs. 11,8; aHR = 1,65; 95% CI: 1,21–2,23), durch Ösophaguskarzinom (IR = 2,7 vs. 0,2; aHR = 23,19; 95% CI: 3,27–164,55) und durch Atemwegserkrankungen (IR = 7,4 vs. 3,9; aHR = 2,22; 95% CI: 1,28–3,87), jedoch nicht für Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (IR = 22,7 vs. 19,6; aHR = 1,10; 95% CI: 0,84–1,45). Die Ergebnisse erwiesen sich über die Sensitivitätsanalysen hinweg als robust, einschließlich der Vergleiche mit Geschwistern.
Schlussfolgerungen: Personen mit Achalasie hatten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine um 42% höhere Mortalitätsrate. Das erhöhte Mortalitätsrisiko weist darauf hin, dass eine Langzeitbeobachtung erforderlich ist.