Ösophagus bis Dünndarm
United European Gastroenterol J. 2024;12(10):1388-1398
Sex-related differences in the presentation, management and response to treatment of eosinophilic esophagitis: Cross sectional analysis of EoE CONNECT registry
Geschlechtsbezogene Unterschiede bei Präsentation, Management und Ansprechen auf die Behandlung der eosinophilen Ösophagitis: Querschnittsanalyse des EoE-CONNECT-Registers
Hintergrund: Die eosinophile Ösophagitis (EoE) betrifft in allen Altersgruppen überwiegend Männer; über geschlechtsbezogene Unterschiede bei anderen Aspekten der EoE ist jedoch wenig bekannt.
Zielsetzung: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Geschlecht und dem klinischen Bild, den endoskopischen Merkmalen, der Behandlungswahl und dem Ansprechen von EoE-Patient*innen in der Praxis.
Methoden: Querschnittsanalyse des multizentrischen EoE-CONNECT-Registers. Der unabhängige Beitrag des Geschlechts der Patient*innen und anderer relevanter Variablen wurde durch multivariate Modelle statistisch bewertet.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 2976 Patient*innen (76% Männer) ausgewertet. Bei Männern wurde die Diagnose in einem jüngeren Alter gestellt als bei Frauen (32,7 ± 14,8 bzw. 34,8 ± 15,6 Jahre; p = 0,002), mit vergleichbarer Diagnoseverzögerung. Hinsichtlich der Symptome der EoE gab es signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei bei Männern Bolusobstruktionen am häufigsten waren, bei Frauen hingegen Dysphagie, Sodbrennen, Regurgitation sowie abdominale und epigastrische Schmerzen. Beim weiblichen Geschlecht wiesen die Symptome bei der Diagnose, gemessen mit dem Dysphagie-Symptom-Score, aber einen höheren Schweregrad (R2 = 0,57; p = 0,013) und auch einen höheren Spitzenwert der Eosinophilenzahl bei Ösophagusbiopsien auf (p = 0,005). Männer zeigten ein erhöhtes Risiko für Strikturen oder gemischte Phänotypen (angepasste Odds-Ratio = 1,43; 95% Konfidenzintervall: 1,05–1,96; p = 0,024). Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Geschlecht der Patient*innen und der Art der Erstlinienbehandlung festgestellt: Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wurden gegenüber topischen Kortikosteroiden bevorzugt bei Patient*innen mit entzündlichen Phänotypen anstelle von vorliegenden Strikturen oder gemischten Phänotypen sowie bei Patient*innen ohne Bolusobstruktionen. Sowohl topische Kortikosteroide als auch diätetische Maßnahmen wurden bei Kindern unabhängig vom Geschlecht gegenüber PPI bevorzugt.
Schlussfolgerungen: Das Geschlecht spielt bei der klinischen und phänotypischen Präsentation der eosinophilen Ösophagitis zum Zeitpunkt der Diagnose eine Rolle, wobei beim männlichen Geschlecht mehr fibrotische Befunde, beim weiblichen jedoch ein höherer Symptom-Score vorliegen.
DOI: 10.1002/ueg2.12699