Dickdarm bis Rektum

Gastroenterology. 2025;168(4):701-713.e6

Glepaglutide, a long-acting glucagon-like peptide-2 analogue, reduces parenteral support in patients with short bowel syndrome: A phase 3 randomized controlled trial

Jeppesen PB, Vanuytsel T, Subramanian S, Joly F, Wanten G, Lamprecht G, Kunecki M, Rahman F, Nielsen TSS, Berner-Hansen M, Pape UF, Mercer DF

Glepaglutid, ein lang wirksames Glucagon-like-Peptid-2-Analogon, senkt den Bedarf an (unterstützender) parenteraler Ernährung bei Patient*innen mit Kurzdarmsyndrom: eine randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie


Hintergrund und Ziele: Glepaglutid ist ein lang wirksames Glucagon-like-Peptid(GLP)-2-Analogon, das zur Verbesserung der Darmresorption bei Patient*innen mit Kurzdarmsyndrom (KDS) entwickelt wurde. Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Glepaglutid bei der Reduzierung des Bedarfs an unterstützender parenteraler Ernährung (PE) bei Patient*innen mit KDS und Darmversagen zu ermitteln.
Methoden: In einer internationalen, placebokontrollierten, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie im Parallelgruppendesign wurden Patient*innen mit KDS und Darmversagen, die an ≥ 3 Tagen/Woche eine PE benötigten, im Verhältnis 1:1:1 randomisiert einer Behandlung mit 24 Wochen Glepaglutid 10 mg zweimal wöchentlich oder einmal wöchentlich oder Placebo zugewiesen. Das Volumen der PE wurde entsprechend reduziert, wenn das mittlere Urinvolumen einer 48-stündigen Bilanzphase den Ausgangswert um > 10% überstieg.
Ergebnisse: Es wurden 106 Patient*innen randomisiert und behandelt. Bei zweimal wöchentlicher Verabreichung reduzierte Glepaglutid das wöchentliche PE-Volumen vom Ausgangswert bis Woche 24 im Vergleich zu Placebo signifikant (mittlere Veränderung: -5,13 vs. -2,85 l/Woche; p = 0,0039; primärer Endpunkt). Die Ergebnisse waren in den wichtigsten anatomischen Untergruppen ähnlich. Zweimal wöchentlich verabreichtes Glepaglutid war Placebo auch bei den wichtigsten sekundären Endpunkten überlegen, nämlich beim Anteil der Patient*innen, die ein klinisches Ansprechen erreichten – definiert als eine Verringerung des PE-Volumens um ≥ 20% vom Ausgangswert bis zu den Wochen 20 und 24 (65,7% vs. 38,9%; p = 0,0243) – und bei den Patient*innen, die eine Verringerung der Tage mit PE um ≥ 1 Tag/Woche vom Ausgangswert bis zur Woche 24 erreichten (51,4% vs. 19,4%; p = 0,0043). Eine vollständige Entwöhnung von der PE („enterale Autonomie“) wurde bei 5 Patient*innen (14%) erreicht, die zweimal wöchentlich Glepaglutid erhielten, gegenüber 0 Patient*innen unter Placebo. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen Glepaglutid einmal wöchentlich und Placebo für den primären Endpunkt oder die wichtigsten sekundären Endpunkte waren nicht festzustellen. Es wurde ein signifikanter Nutzen von Glepaglutid bei den patientenberichteten Ergebnissen (Patient Global Impression of Change) festgestellt. Glepaglutid erwies sich als sicher und gut verträglich.

Schlussfolgerungen: Die Behandlung mit Glepaglutid bei Patient*innen mit Kurzdarmsyndrom und Darminsuffizienz führte zu einer klinisch relevanten Verringerung des Bedarfs an parenteraler Ernährung und war gut verträglich.

P.B. Jeppesen, Department of Intestinal Failure and Liver Diseases, Rigshospitalet, Kopenhagen, Dänemark, E-Mail: palle.bekker.jeppesen@regionh.dk

DOI:  10.1053/j.gastro.2024.11.023

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