Dickdarm bis Rektum

Lancet. 2025;405(10472):33-49

Guselkumab in patients with moderately to severely active ulcerative colitis (QUASAR): Phase 3 double-blind, randomised, placebo-controlled induction and maintenance studies

Rubin DT, Allegretti JR, Panés J, Shipitofsky N, Yarandi SS, Huang KHG, Germinaro M, Wilson R, Zhang H, Johanns J, Feagan BG, Hisamatsu T, Lichtenstein GR, Bressler B, Peyrin-Biroulet L, Sands BE, Dignass A; QUASAR Study Group

Guselkumab bei mittel- bis hochgradig aktiver Colitis ulcerosa (QUASAR): doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Induktions- und Erhaltungsstudien der Phase III


Hintergrund: Die Hemmung von Interleukin-23 ist eine wirksame Therapieoption bei Colitis ulcerosa (CU). Guselkumab ist ein dual wirkender, humaner IgG1-Inhibitor der Interleukin-23p19-Untereinheit, der Interleukin-23 wirksam neutralisiert und an CD64 binden kann. Das Ziel der Autor*innen war, die Wirksamkeit und Sicherheit von Guselkumab als Induktions- und Erhaltungstherapie bei Patient*innen mit CU zu beurteilen.
Methoden: Zu den Primärpopulationen dieser beiden randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien (QUASAR Phase-III-Induktions- und Erhaltungsstudien) zählten randomisierte und behandelte Erwachsene mit mittel- bis hochgradig aktiver CU (modifizierter Mayo-Score bei Einschluss in die Induktionsstudie: 5–9), die unzureichend auf herkömmliche oder fortgeschrittene Therapien gegen CU reagiert oder eine Unverträglichkeit gezeigt hatten. Die Patient*innen wurden randomisiert (im Verhältnis 3:2) entweder Guselkumab 200 mg i.v. oder Placebo in Woche 0, 4 und 8 zugewiesen (Phase-III-Induktionsstudie). Zur Randomisierung wurde bei allen Patient*innen eine webbasierte, interaktive Reaktionstechnologie angewendet. Patient*innen mit klinischem Ansprechen 12 Wochen nach der intravenösen Induktion von Guselkumab (QUASAR-Induktionsstudien der Phasen IIb und III) wurden in der Erhaltungswoche 0 randomisiert (1:1:1) entweder 44 Wochen lang subkutan Guselkumab 200 mg alle 4 Wochen oder 100 mg alle 8 Wochen oder Placebo zugewiesen (Erhaltung). Die primären Endpunkte waren eine klinische Remission in Induktionswoche 12 und in Erhaltungswoche 44.
Erkenntnisse: Die Primärpopulation der Induktionsstudie umfasste 701 Patient*innen (60% Guselkumab 200 mg i.v. [421 Patient*innen]; 40% Placebo [280 Patient*innen]). Die Primärpopulation der Erhaltungsstudie bestand aus 568 Patient*innen, die auf die Induktion mit Guselkumab angesprochen hatten und randomisiert entweder Guselkumab 200 mg, s.c. alle 4 Wochen (190 Patient*innen [33%]) oder 100 mg alle 8 Wochen (188 Patient*innen [33%]) oder Placebo zugewiesen wurden (Guselkumab wurde abgesetzt bei 190 Patient*innen [33%]). Bei einem signifikant größeren Anteil an Patient*innen, die Guselkumab i.v. erhalten hatten, war in Induktionswoche 12 eine klinische Remission zu verzeichnen (23% [95/421 Patient*innen]) als bei jenen, die Placebo erhielten (8% [22/280 Patient*innen]; angepasste Therapiedifferenz 15%, 95% Konfidenzintervall [CI]: 10–20; p < 0,0001). Eine klinische Remission in Erhaltungswoche 44 wurde bei einem signifikant größeren Anteil an Patient*innen unter Guselkumab 200 mg, s.c. angewendet alle 4 Wochen (50% [95/190 Patient*innen]; angepasste Therapiedifferenz 30%, 95% CI: 21–38; p < 0,0001) und 100 mg alle 8 Wochen (45% [85/188 Patient*innen]; angepasste Therapiedifferenz 25%, 95% CI: 16–34; p < 0,0001) erreicht als unter Placebo (19% [36/190 Patient*innen]). Das Sicherheitsprofil war insgesamt günstig und konsistent mit dem von Guselkumab in zugelassenen Indikationen. In der Induktionsstudie wurden in beiden Gruppen von 49% der Patient*innen unerwünschte Ereignisse berichtet (208/421 mit Guselkumab behandelte und 138/280 mit Placebo behandelte Patient*innen). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse gaben 3% (12/421) der mit Guselkumab behandelten und 7% (20/280) der mit Placebo behandelten Patient*innen an, während es bei 2% (7/421) der mit Guselkumab behandelten und bei 4% (11/280) der mit Placebo behandelten Patient*innen zu unerwünschten Ereignissen kam, die zu einem Therapieabbruch führten. In der Erhaltungsstudie waren die Raten unerwünschter Ereignisse zwischen den Gruppen vergleichbar; am häufigsten in allen Gruppen waren dabei CU, COVID-19 und Arthralgie. In keiner der Studien kam es zu einer aktiven Tuberkulose, Anaphylaxie, Serumkrankheit oder zu klinisch bedeutsamen Lebererkrankungen.

Interpretation: Guselkumab erwies sich bei mittel- bis hochgradig aktiver Colitis ulcerosa sowohl in der Induktions- als auch in der Erhaltungstherapie als wirksam und sicher.

D.T. Rubin, University of Chicago Medicine Inflammatory Bowel Disease Centre, Chicago, IL, USA, E-Mail: drubin@medicine.bsd.uchicago.edu

DOI:  10.1016/s0140-6736(24)01927-5

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