Dickdarm bis Rektum

Gut. 2025;74(2):197-205

Top-down infliximab plus azathioprine versus azathioprine alone in patients with acute severe ulcerative colitis responsive to intravenous steroids: A parallel, open-label randomised controlled trial, the ACTIVE trial

Amiot A, Seksik P, Meyer A, Stefanescu C, Wils P, Altwegg R, Vuitton L, Plastaras L, Nicolau A, Pereira B, Duveau N, Laharie D, Mboup B, Boualit M, Allez M, Rajca S, Chanteloup E, Bouguen G, Bazin T, Goutorbe F, Richard N, Moussata D, Vicaut E, Peyrin-Biroulet L

Infliximab plus Azathioprin als Top-down-Strategie versus Azathioprin allein bei schwerer akuter Colitis ulcerosa mit Ansprechen auf intravenöse Steroide: eine offene, randomisierte und kontrollierte Parallelgruppenstudie – die ACTIVE-Studie


Hintergrund: Es ist nicht bekannt, welche Erhaltungstherapie am wirksamsten ist für Patient*innen, die wegen eines schweren akuten Schubs einer Colitis ulcerosa (acute severe ulcerative colitis, ASUC) hospitalisiert werden und auf intravenöse Steroide ansprechen.
Methoden: Eine multizentrische, offene, randomisierte und kontrollierte Parallelgruppenstudie wurde in 23 französischen Zentren mit Thiopurin- und Biologika-naiven Erwachsenen durchgeführt, die aufgrund eines ASUC hospitalisiert wurden und auf intravenöse Steroide ansprachen. Geeignete Patient*innen wurden randomisiert und erhielten entweder Infliximab (IFX) und Azathioprin (AZA) nach einem 7-Tage-Steroid-Ausschleichschema (IFX+AZA-Arm) oder AZA und ein konventionelles standardisiertes Steroid-Ausschleichschema (AZA-Arm). Der primäre kombinierte Endpunkt war ein Therapieversagen in Woche 52, welches definiert wurde als ein Ausbleiben einer steroidfreien klinischen Remission, ein Ausbleiben eines endoskopischen Ansprechens, die Anwendung einer nicht zulässigen Rezidiv-Behandlung, und ein schweres unerwünschtes Ereignis mit dem Ergebnis einer Behandlungsunterbrechung, einer Kolektomie oder Tod. Für fehlende Daten wurde eine multiple Imputation durchgeführt.
Erkenntnisse: Von den 64 randomisierten Patient*innen (Lichtiger-Score: 13,5 ± 2,0; medianes Alter: 34,5 Jahre [P25–P75: 26,3–50,3], Medianwert des C-reaktiven Proteins: 29,0 mg/l [12,8–96,8] zu Studienbeginn) wurden 32 dem IFX+AZA-Arm zugewiesen und 32 dem AZA-Arm. Bei der Intention-to-Treat-Population wurde ein Therapieversagen in Woche 52 bei 22 von 27 Patient*innen (81,5%) im AZA-Arm beobachtet und bei 16 von 30 Patient*innen (53,3%) im IFX+AZA-Arm (Risikoverhältnis = 3,85; 95% Konfidenzintervall: 1,15–12,88, p = 0,03). 29 unerwünschte Ereignisse waren schwerwiegend, u. a. 13 Krankheitsschübe und 6 schwere Infektionen, ohne Unterschied zwischen den beiden Armen.

Interpretation: Eine Kombinationstherapie mit Infliximab und Azathioprin war nach 1 Jahr effektiver als eine Therapie mit Azathioprin allein zur Vermeidung eines Therapieversagens bei Patient*innen mit schwerer akuter Colitis ulcerosa, die auf intravenöse Steroide ansprachen.

A. Amiot, Gastroenterology, CHU Bicêtre, Le Kremlin-Bicêtre, Frankreich, E-Mail: aurelienamiot@gmail.com

DOI:  10.1136/gutjnl-2024-333281

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