Dickdarm bis Rektum

Endoscopy. 2025;57(8):839-848

In-hospital mortality in patients with lower gastrointestinal bleeding: Development and validation of a prediction score

Dajti E, Frazzoni L, Castellet-Farrús S, Guardiola J, Sinagra E, Anderloni A, Ferrara F, Gkolfakis P, Camus Duboc M, Mandarino FV, Sadeghi A, Lorenzo-Zúñiga V, Perez S, Triantafyllou K, Curado MP, Facciorusso A, Collatuzzo G, Hassan C, Radaelli F, Fuccio L; ALIBI Study Group

Krankenhausmortalität bei Patient*innen mit Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt: Entwicklung und Validierung eines Prognosescores


Hintergrund: Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt (lower gastrointestinal bleeding, LGIB) kommen häufig vor und sind mit erhöhter Morbidität und Mortalität sowie erhöhten Gesundheitskosten verbunden. Derzeit gibt es kein prospektiv validiertes Prognosemodell für die Mortalität bei Patient*innen mit LGIB. Ziel der Studie war es, einen Risikoscore zu erarbeiten und zu validieren, mit dem die Krankenhausmortalität bei Patient*innen genau vorhergesagt werden kann, die aufgrund von LGIB aufgenommen wurden.
Methoden: Es wurden Daten von Patient*innen aus einer landesweiten Kohortenstudie in 15 Zentren in Italien (2019–2020) verwendet, um den Risikoscore – den ALIBI-Score (Acute Lower gastrointestinal Bleeding and In-hospital mortality Score) – abzuleiten. Das Modell wurde dann extern an einer Kohorte konsekutiv eingeschlossener Patient*innen validiert, die von 2022–2024 in 12 Zentren in 6 Ländern (Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Iran und Brasilien) wegen LGIB stationär aufgenommen wurden. Der primäre Endpunkt war die Krankenhausmortalität; außerdem wurde über die Nachblutungsraten und die Krankenhausmortalitätsrate berichtet, stratifiziert nach Risikoscore und Zeitpunkt der Koloskopie.
Ergebnisse: Von den 1198 Patient*innen der Ableitungskohorte hatten 105 (8,8%) Nachblutungen und 41 (3,4%) starben. Das Alter, der Charlson-Komorbiditätsindex, das Auftreten von Blutungen während des stationären Aufenthalts, eine hämodynamische Instabilität und der Kreatininspiegel waren unabhängige Prädiktoren für die Krankenhausmortalität. Das Modell zeigte eine ausgezeichnete Trennschärfe (Fläche unter der Grenzwertoptimierungskurve, area under the receiver operating curve [AUROC]: 0,81; 95% CI: 0,75–0,87) und Kalibrierung. In der Validierungskohorte (n = 752 Patient*innen) wurden die gute Trennschärfe (AUROC: 0,79; 95% CI: 0,72–0,86) und Kalibrierung des Modells bestätigt. Die Patient*innen wurden in Kategorien mit geringem Risiko (0–4 Punkte; 1% Mortalität), mittlerem Risiko (5–9 Punkte; 4,6% Mortalität) und hohem Risiko (10–13 Punkte; 19,1% Mortalität) eingeteilt.

Schlussfolgerung: Mit einem neuen validierten Score lässt sich die Krankenhausmortalität bei Patient*innen mit Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt effektiv vorhersagen und ist somit hilfreich bei Risikostratifizierung und -management.

L. Fuccio, Gastroenterology Unit, IRCCS Azienda Ospedaliero-Universitaria di Bologna, Bologna, Italy, e-mail: lorenzo.fuccio3@unibo.it

DOI:  10.1055/a-2541-2312

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