Ösophagus bis Dünndarm

Gastroenterology. 2024;167(6):1129-1140

Long-term cost-effectiveness of case finding and mass screening for celiac disease in children

Heijdra Suasnabar J, Meijer CR, Smit L, van Overveld F, Thom H, Keeney E, Mearin ML, van den Akker-van Marle ME

Langfristige Kosten-Effektivität der Fallfindung und des Massen-Screenings auf Zöliakie bei Kindern


Hintergrund und Ziele: Die Zöliakie ist eine häufige, aber unterdiagnostizierte Autoimmunerkrankung mit erheblichen Langzeitfolgen. Hochpräzise Point-of-Care-Tests auf Zöliakie-Antikörper, die in Zentren für die medizinische Grundversorgung von Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden, könnten eine frühere Identifizierung von Zöliakie ermöglichen, wobei die Kosteneffizienz solcher Strategien nicht hinreichend belegt ist. Das Autorenteam schätzte langfristige Kosten-Effektivität der aktiven Fallfindung und des Massen-Screenings im Vergleich zu klinisch nachgewiesenen Fällen in den Niederlanden.
Methoden: Mithilfe eines Entscheidungsbaums und eines Markov-Modells wurde für jede Strategie eine Kohorte von 3-jährigen Kindern mit Zöliakie simuliert, wobei die Auswirkungen auf die langfristigen Kosten (aus gesellschaftlicher Sicht) und die qualitätsadjustierten Lebensjahre (quality-adjusted life-years, QALYs) berücksichtigt wurden. In die Modellparameter flossen Daten aus dem GLUTENSCREEN-Projekt, der niederländischen Zöliakie-Gesellschaft (NCV), der niederländischen pädiatrischen Überwachungseinheit (NSCK) und aus veröffentlichten Quellen ein. Primärer Endpunkt war das inkrementelle Kosten-Effektivitäts-Verhältnis (ICER) zwischen den Strategien.
Ergebnisse: Das Massen-Screening führte zu 7,46 mehr QALYs und kostete 28.635 EUR mehr als die derzeitige Versorgung (ICER: 3841 EUR pro QALY), und die Fallfindung führte zu 4,33 mehr QALYs und kostete 15.585 EUR mehr als die derzeitige Versorgungspraxis (ICER: 3603 EUR pro QALY). Legt man einen Schwellenwert für die Zahlungsbereitschaft von 20.000 € pro QALY zugrunde, waren beide Strategien im Vergleich zur derzeitigen Versorgungspraxis sehr kosteneffektiv. Szenarioanalysen haben ergeben, dass ein Massen-Screening wahrscheinlich die optimale Strategie ist, es sei denn, man geht davon aus, dass die Erkennung asymptomatischer Fälle keinen Nutzen bringt.

Schlussfolgerungen: Eine frühere Identifizierung von Zöliakie durch Screening oder Fallfindung bei Kindern mittels eines Point-of-Care-Tests führt zu besseren Gesundheitsergebnissen und ist im Vergleich zur derzeitigen Versorgungspraxis langfristig kosteneffektiv. Sollten die vorgeschlagenen Strategien für durchführbar und akzeptabel erachtet werden, ist deren Umsetzung in der niederländischen Regelversorgung erforderlich.

J.M. Heijdra Suasnabar, Department of Biomedical Data Science, Leiden University Medical Centre, Leiden, Niederlande, E-Mail: j.m.heijdra_suasnabar@lumc.nl

DOI:  10.1053/j.gastro.2024.07.024

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