Ösophagus bis Dünndarm
Aliment Pharmacol Ther. 2025;61(1):8-31
Meta-analysis: Global prevalence of coeliac disease in type 1 diabetes
Metaanalyse: Weltweite Prävalenz von Zöliakie bei Typ-1-Diabetes
Hintergrund: Zöliakie tritt bei Patient*innen mit Typ-1-Diabetes (T1D) häufig auf, jedoch variiert die Prävalenz weltweit aufgrund unterschiedlicher Screening-Protokolle. In den letzten 2 Jahrzehnten haben sich die Screening-Leitlinien erheblich geändert.
Ziel: Untersuchung der Prävalenz von Zöliakie bei Patient*innen mit T1D, wobei der Fokus auf Screening-Studien mit Anwendung von Antikörpern gegen Gewebetransglutaminase lag.
Methoden: Unter Verwendung von Schlagwörtern, die sich auf Zöliakie und Diabetes bezogen, durchsuchten die Autor*innen PubMed, Web of Science, Embase und Scopus nach Studien, die bis zum 11. Dezember 2023 veröffentlicht wurden. Random-Effects-Modelle wurden für die Gesamtprävalenz und alle Untergruppen verwendet, wobei die Heterogenität mit dem Q-Test nach Cochran bewertet und die I2-Statistik in STATA 18 durchgeführt wurde.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 106 Artikel zu 65.102 T1D-Patient*innen in 40 Ländern eingeschlossen. Die gepoolte Seroprävalenz bzw. die bestätigte Prävalenz von Zöliakie betrug 9% (95% Konfidenzintervall [CI]: 8–10%) bzw. 6% (95% CI: 5–7%). Bei Frauen und Kindern war die Prävalenz höher. Dänemark, Saudi-Arabien und Libyen wiesen die höchste Prävalenz (11%) auf, gefolgt von Indien und Ägypten (10%). Belgien, Frankreich, Deutschland, Südafrika und die Vereinigten Staaten hatten die niedrigste Prävalenz (2%). In Ländern mit hohem Einkommen zeigte sich eine signifikant niedrigere Prävalenz als in Ländern mit mittlerem Einkommen (p = 0,03). Eine Metaregression basierend auf dem Human Development Index (HDI) ergab, dass Länder mit höherem HDI-Wert eine niedrigere Seroprävalenz und bestätigte Prävalenz von Zöliakie aufweisen.
Schlussfolgerung: Unter Patient*innen mit Typ-1-Diabetes (T1D) hat etwa 1 von 16 weltweit und 1 von 12 in Asien und im Nahen Osten eine Zöliakie. Deshalb schlagen die Autor*innen vor, dass alle Patient*innen mit T1D auf Zöliakie hin untersucht werden sollten.
DOI: 10.1111/apt.18373