Ösophagus bis Dünndarm
Am J Gastroenterol. 2025;120(3):545-553
Non-endoscopic screening for Barrett’s esophagus and esophageal adenocarcinoma in at-risk veterans
Nicht-endoskopisches Screening bei Barrett-Ösophagus und Ösophagus-Adenokarzinomen bei Veteran*innen mit erhöhtem Risiko
Einführung: Obwohl die Häufigkeit von Ösophagus-Adenokarzinomen (EAC) in den Vereinigten Staaten von Amerika weiter zunimmt, werden viele Patient*innen mit einem Erkrankungsrisiko nicht vorsorglich untersucht. Mit dem EsoCheck (EC), einem nicht-endoskopischen Gerät zur Entnahme von Ösophaguszellen mithilfe eines Ballons, das mit dem DNA-basierten Screening-Test EsoGuard (EG) gekoppelt ist, bietet sich eine von der US-amerikanischen Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (Food and Drug Administration, FDA) zugelassene minimalinvasive Alternative zum üblichen Screeningverfahren der Endoskopie des oberen Gastrointestinaltrakts. Mit dieser Studie sollte die diagnostische Genauigkeit, Toleranz und Akzeptanz des EC/EG-Tests in einer Screening-Population prospektiv ermittelt werden.
Methoden: Veteran*innen, die die Kriterien der American College of Gastroenterology Guideline erfüllten, wurden zum endoskopischen Screening auf Barrett-Ösophagus (BE) und EAC im Louis Stokes Cleveland Veterans Affairs Medical Center, USA, rekrutiert. Bei allen Teilnehmenden wurde eine EC-gesteuerte distale Probenentnahme von Ösophaguszellen ohne Sedierung, gefolgt von einer Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) mit Sedierung, durchgeführt. Die diagnostische Ausbeute des EG-Tests und der ÖGD wurde erfasst und bei der Berechnung der Sensitivität und Spezifität des EC/EG in Bezug auf das prospektive Screening verwendet. Vor und nach der Entnahme mit dem EC kam der gekürzte Fragebogen State-Trait Anxiety Inventory von Spielberger zum Einsatz. Die Gesamttoleranz der Probenentnahme mit dem EC wurde auf einer 10-Punkte-Likert-Skala bewertet.
Ergebnisse: Ein Ösophaguskarzinom-Screening wurde von 130 der 782 infrage kommenden Veteran*innen (16,6%) in Anspruch genommen, und die Ergebnisse derer, die beide Vorsorgeuntersuchungen abschlossen (n = 124), wurden analysiert. Die ÖGD-basierte Prävalenz von BE/EAC bei den untersuchten Veteran*innen belief sich auf 12,9% (16/124). Die Sensitivität und Spezifität des EC/EG für BE/EAC mit Nachweis mittels ÖGD betrug 92,9% (95% Konfidenzintervall [CI]: 66,1–99,8) bzw. 72,2% (95% CI: 62,1–80,8). Positive and negative prädiktive Werte lagen bei 32,5% (95% CI: 18,6–49,1) bzw. 98,6% (95% CI: 92,4–100). Die Scores im State-Trait Anxiety Inventory von Spielberger mit 6 Items zu Studienbeginn spiegelten eine deutliche Angst der Veteran*innen im periprozeduralen Setting wider. Der mittlere Score für die Akzeptanz des EC-Tests nach der Untersuchung lag bei 7,23 (Standardabweichung 2,45).
Diskussion: Diese Daten lassen auf eine hervorragende Sensitivität und einen negativen prädiktiven Wert von EsoCheck/EsoGuard in einer Population von Veteran*innen, die sich einem Screening unterzogen, schließen. Damit erweist sich diese Modalität als leistungsfähige Screening-Methode für Barrett-Ösophagus und Ösophagus-Adenokarzinome.