Ösophagus bis Dünndarm

N Engl J Med. 2022;386(5):449–62

Nivolumab combination therapy in advanced esophageal squamous-cell carcinoma

Doki Y, Ajani JA, Kato K, Xu J, Wyrwicz L, Motoyama S, Ogata T, Kawakami H, Hsu CH, Adenis A, El Hajbi F, Di Bartolomeo M, Braghiroli MI, Holtved E, Ostoich SA, Kim HR, Ueno M, Mansoor W, Yang WC, Liu T, Bridgewater J, Makino T, Xynos I, Liu X, Lei M, Kondo K, Patel A, Gricar J, Chau I, Kitagawa Y; CheckMate 648 Trial Investigators

Nivolumab-Kombinationstherapie zur Erstlinienbehandlung fortgeschrittener Plattenepithelkarzinome des Ösophagus

Die Wirksamkeit der Erstlinienchemotherapie für Patient*innen mit fortgeschrittenen Plattenepithelkarzino- men des Ösophagus ist eingeschränkt. Bei vorbehandelten Patient*innen konnte gezeigt werden, dass eine Immuntherapie mit Nivolumab zu einem besseren Gesamtüberleben führt. Im Rahmen dieser offenen Phase-III-Studie wurden Patient*innen mit fortgeschrittenen, nicht-vorbehandelten, nicht-resektablen, rezidivierenden oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen eingeschlossen und im Verhältnis 1:1:1 für eine Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Chemotherapie, Nivolumab plus Ipilimumab oder eine alleinige Chemotherapie randomisiert. Die primären Endpunkte waren das Gesamtüberleben sowie progressionsfreie Überleben, das mittels verblindeter, unabhängiger, zentraler Auswertung bestimmt wurde. Die Auswertung erfolgte zunächst für Patient*innen mit einer Expression des PD-1-Liganden PD-1L ≥ 1% und dann für die Gesamtpopulation aller randomisierter Patient*innen. Insgesamt wurden 970 Patient*innen randomisiert. Nach einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 13 Monaten war das Gesamtüberleben unter Kombinationstherapie aus Nivolumab plus Chemotherapie signifikant länger als unter alleiniger Chemotherapie. Dies betraf gleichermaßen Patient*innen mit einer PD-1L-Expression ≥ 1% (im Median 15,4 vs. 9,1 Monate; Hazard-Ratio [HR] = 0,54; 99,5% Konfidenzintervall [CI]: 0,37–0,80; p < 0,001) wie auch die Gesamtpopulation (im Median 13,2 vs. 10,7 Monate; HR = 0,74; 99,1% CI: 0,58–0,96; p = 0,002). Das Gesamtüberleben war auch unter einer Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab länger als unter alleiniger Chemotherapie. Es betrug bei Patient*innen mit einer PD-1L-Expression ≥ 1% im Median 13,7 vs. 9,1 Monate (HR = 0,64; 98,6% CI: 0,46–0,9; p = 0,001) bzw. in der Gesamtpopulation im Median 12,7 vs. 10,7 Monate (HR = 0,78; 98,2% CI: 0,62–0,98; p = 0,01). Bei Patient*innen mit einer PD-1L-Expression ≥ 1% wurde unter einer Kombinationstherapie aus Nivolumab plus Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie auch ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben beobachtet (HR für Krankheitsprogression oder Tod = 0,65; 98,5% CI: 0,46–0,92; p = 0,002). Das progressionsfreie Überleben war aber unter einer Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab nicht besser als unter alleiniger Chemotherapie. Die Inzidenz Therapie-assoziierter Nebenwirkungen mit einem Schweregrad 3 oder 4 betrug unter Nivolumab plus Chemotherapie 47%, Nivolumab plus Ipilimumab 32% bzw. alleiniger Chemotherapie 36%.

Bei Patient*innen mit fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus führte in dieser Phase-III-Studie eine Erstlinientherapie mit Nivolumab plus Chemotherapie bzw. Nivolumab plus Ipilimumab im Vergleich zu einer alleinigen Chemotherapie zu einem signifikant längeren Gesamtüberleben. Es wurden keine neuen Signale in Hinblick auf die Verträglichkeit beobachtet.

Dr. Dr. K. Kato, Department of Head and Neck, Esophageal Medical Oncology, National Cancer Center Hospital, Chuo City, Tokyo, Japan,
E-Mail: kenkato@ncc.go.jp

DOI: 10.1056/NEJMoa2111380

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