Ösophagus bis Dünndarm

N Engl J Med. 2024;390(10):889–99

Omalizumab for the treatment of multiple food allergies

Wood RA, Togias A, Sicherer SH, Shreffler WG, Kim EH, Jones SM, Leung DYM, Vickery BP, Bird JA, Spergel JM, Iqbal A, Olsson J, Ligueros-Saylan M, Uddin A, Calatroni A, Huckabee CM, Rogers NH, Yovetich N, Dantzer J, Mudd K, Wang J, Groetch M, Pyle D, Keet CA, Kulis M, Sindher SB, Long A, Scurlock AM, Lanser BJ, Lee T, Parrish C, Brown-Whitehorn T, Spergel AKR, Veri M, Hamrah SD, Brittain E, Poyser J, Wheatley LM, Chinthrajah RS

Omalizumab zur Behandlung multipler Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelallergien sind weit verbreitet und gehen mit einer erheblichen Morbidität einher. Die einzige zugelassene Behandlung ist die orale Immuntherapie für Erdnussallergien. In dieser Studie sollte untersucht werden, ob der monoklonale Anti-Immunglobulin-E(IgE)-Antikörper Omalizumab wirksam und sicher zur alleinigen Behandlung von Patient*innen mit multiplen Nahrungsmittelallergien eingesetzt werden kann. Es wurden Personen im Alter zwischen 1 und 55 Jahren eingeschlossen, die auf Erdnüsse und mindestens 2 weitere in der Studie spezifizierte Lebensmittel (Cashew, Milch, Ei, Walnuss, Weizen oder Haselnuss) allergisch reagierten. Voraussetzung für die Studienteilnahme war eine Reaktion auf eine Nahrungsmittelprobe von ≤ 100 mg Erdnussprotein und ≤ 300 mg der beiden anderen Nahrungsmittel. Die Patient*innen wurden im Verhältnis 2:1 für eine subkutane Verabreichung von Omalizumab oder Placebo randomisiert, wobei die Dosis vom Gewicht und der IgE-Serumkonzentration abhängig war. Die Therapie wurde alle 2–4 Wochen über einen Zeitraum von 16–20 Wochen verabreicht, woraufhin die Provokationstests wiederholt wurden. Der primäre Endpunkt war die Aufnahme von Erdnussprotein in einer Einzeldosis von ≥ 600 mg ohne dosislimitierende Symptome. Die 3 wichtigsten sekundären Endpunkte umfassten den Verzehr von Cashew, Milch und Ei in Einzeldosen von jeweils mindestens 1000 mg ohne dosislimitierende Symptome. Die ersten 60 Teilnehmer*innen (59 davon waren Kinder oder Jugendliche) wurden nach Abschluss der ersten Studienphase in eine 24-wöchige Open-Label-Erweiterung aufgenommen. Von 462 gescreenten Personen wurden 180 randomisiert. Die Population für die Auswertung bestand aus 177 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 1 und 17 Jahren. Insgesamt 79 von 118 Teilnehmer*innen (67%), die Omalizumab erhielten, erreichten den primären Endpunkt, verglichen mit 4 von 59 Teilnehmer*innen (7%) unter Placebo (p < 0,001). Die Ergebnisse für die wichtigsten sekundären Endpunkte stimmten mit denen des primären Endpunkts überein (Cashew, 41% vs. 3%; Milch, 66% vs. 10%; Ei, 67% vs. 0%; p < 0,001 für alle Vergleiche). Die Sicherheitsendpunkte unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen, abgesehen von vermehrten Reaktionen an der Injektionsstelle in der Omalizumab-Gruppe.

Bei Patient*innen mit multiplen Nahrungsmittelallergien im Kindesalter ab 1 Jahr bzw. Jugendalter kann eine Behandlung mit dem Anti-Immunglobulin-E-Antikörper Omalizumab über 16 Wochen im Vergleich zu Placebo zu einer Erhöhung der Reaktionsschwelle für Erdnüsse und andere häufige Nahrungsmittelallergene führen.

R.A. Wood, M.D., Professor of Pediatrics, Department of Pediatrics, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, MD, USA, E-Mail: rwood@jhmi.edu

DOI: 10.1056/nejm2312382

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