Ösophagus bis Dünndarm

Clin Gastroenterol Hepatol. 2025;23(13):2459-2467

pH impedance monitoring on proton pump inhibitor therapy impacts management decisions in proven GERD but not in unproven GERD

Prakash Gyawali C, Rogers BD, Yadlapati R, Roman S, Carlson DA, Pandolfino J

pH-Impedanz-Monitoring unter Protonenpumpeninhibitor-Therapie beeinflusst die Therapieentscheidungen bei gesicherter GERD, aber nicht bei nicht-gesicherter GERD


Hintergrund und Ziele: Bei der nicht-gesicherten gastroösophagealen Refluxkrankheit (gastroesophageal reflux disease, GERD) ist ein ambulantes Monitoring auf Reflux in einer Phase ohne Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) nützlich. In dieser prospektiven klinischen Studie wurde untersucht, ob das pH-Impedanz-Monitoring unter PPI-Therapie bei nicht-gesicherter GERD einen Wert hat.
Methoden: In 2 Tertiärversorgungszentren wurden Patient*innen mit typischen Refluxsymptomen und unvollständigem Ansprechen auf PPI sowohl ohne PPI-Therapie (drahtloses pH-Wert-Monitoring) als auch unter PPI-Therapie (pH-Impedanz-Monitoring) untersucht. Die Patient*innen und die Prüfärztinnen und -ärzte waren gegenüber den Ergebnissen der Refluxuntersuchung verblindet. Die Patient*innen waren angehalten, bei Symptomen, die trotz Antazida-Bedarfstherapie nicht unter Kontrolle waren, die PPI-Therapie selbstständig wieder aufzunehmen. Bei der Datenanalyse wurde untersucht, ob die Ergebnisse der pH-Impedanz-Messungen unter PPI-Therapie mit der Säureexpositionszeit (acid exposure time, AET) in Phasen ohne PPI-Therapie korrelierten und ob sie PPI-bezogene Entscheidungen beeinflussten.
Ergebnisse: Von 79 Patient*innen hatten alle 26 Patient*innen mit auf eine refraktäre GERD hinweisenden Werten unter PPI-Therapie (32,9%) in Phasen ohne PPI-Therapie eine gesicherte GERD. Von 60 Patient*innen mit gesicherter GERD ohne PPI-Therapie zeigten 56,7% unter PPI-Therapie keine GERD. Keines der Ergebnisse der pH-Impedanz-Messungen unter PPI-Therapie sagte PPI-bezogene Entscheidungen bei eindeutigem Reflux, grenzwertigem Reflux oder keinem Reflux (p = 0,872); AET (p = 0,107); Anzahl der Refluxepisoden (p = 0,113); durchschnittliche nächtliche Baseline-Impedanz (p = 0,621) und Kategorien der Reflux-Symptom-Assoziation (p = 0,363) voraus. In multivariaten linearen und logistischen Regressionsmodellen hatte die AET in Phasen ohne PPI-Therapie einen mäßigen prädiktiven Wert für eine refraktäre GERD (Odds-Ratio [OR] = 1,34; 95% Konfidenzintervall [CI]: 1,11–1,63; p = 0,003); die Anzahl der Refluxepisoden hatte einen grenzwertigen prädiktiven Wert für eine eindeutige GERD ohne PPI-Therapie (OR = 1,00; 95% CI: 1,00–1,10; p = 0,04).

Schlussfolgerungen: Das pH-Impedanz-Monitoring während einer Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wird nur bei wenigen symptomatischen Patient*innen Evidenz für eine refraktäre gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) liefern. Diese Strategie birgt das Risiko, mehr als die Hälfte der Kohorte mit gesicherter GERD nicht zu identifizieren, wenn Tests in Phasen ohne PPI-Therapie nicht möglich sind. Die vorliegenden Ergebnisse unterstützen das Vorgehen, zunächst bei PPI-Non-Respondern in einer Phase ohne laufende PPI-Therapie eine GERD zu dokumentieren und das pH-Impedanz-Monitoring unter PPI-Therapie nur zur Identifikation einer refraktären GERD ausschließlich bei Patient*innen mit gesicherter GERD und persistierenden Symptomen zu nutzen.

C. Prakash Gyawali, Division of Gastroenterology, Washington University School of Medicine, St. Louis, MO, USA, e-mail: cprakash@dom.wustl.edu

DOI:  10.1016/j.cgh.2025.02.032

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