Leber und Gallenwege

N Engl J Med. 2025;392(21):2089-2099

Phase 3 trial of semaglutide in metabolic dysfunction-associated steatohepatitis

Sanyal AJ, Newsome PN, Kliers I, Østergaard LH, Long MT, Kjær MS, Cali AMG, Bugianesi E, Rinella ME, Roden M, Ratziu V; ESSENCE Study Group

Phase-III-Studie mit Semaglutid bei metabolische Dysfunktion-assoziierter Steatohepatitis


Hintergrund: Semaglutid, ein Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptoragonist, ist ein Kandidat zur Behandlung der metabolische Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASH).
Methoden: In dieser laufenden multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie wurden 1197 Patient*innen mit bioptisch bestätigter MASH und Fibrosestadium 2 oder 3 im Verhältnis 2:1 einer 240-wöchigen Behandlung mit einmal wöchentlich subkutan verabreichtem Semaglutid in einer Dosis von 2,4 mg oder Placebo zugewiesen. In dieser Arbeit werden die Ergebnisse einer geplanten Zwischenanalyse berichtet, die in Woche 72 mit den ersten 800 Patient*innen durchgeführt wurde (Teil 1). Die primären Endpunkte von Teil 1 waren die Resolution der Steatohepatitis ohne Verschlechterung der Leberfibrose und der Rückgang der Leberfibrose ohne Verschlechterung der Steatohepatitis.
Ergebnisse: Zu einer Resolution der Steatohepatitis ohne Verschlechterung der Fibrose kam es bei 62,9% der 534 Patient*innen in der Semaglutid-Gruppe und bei 34,3% der 266 Patient*innen in der Placebo-Gruppe (geschätzte Differenz: 28,7 Prozentpunkte; 95% Konfidenzintervall [CI]: 21,1–36,2; p < 0,001). Zu einem Rückgang der Leberfibrose ohne Verschlechterung der Steatohepatitis kam es bei 36,8% der Patient*innen in der Semaglutid-Gruppe und bei 22,4% in der Placebo-Gruppe (geschätzte Differenz: 14,4 Prozentpunkte; 95% CI: 7,5–21,3; p < 0,001). Die Ergebnisse zu den 3 sekundären Endpunkten, die als Ausgleich für Mehrfachtests in den Prüfplan aufgenommen wurden, waren wie folgt: Eine Kombination aus Resolution der Steatohepatitis und Rückgang der Leberfibrose wurde bei 32,7% der Patient*innen in der Semaglutid-Gruppe und bei 16,1% derjenigen in der Placebo-Gruppe festgestellt (geschätzte Differenz: 16,5 Prozentpunkte; 95% CI: 10,2–22,8; p < 0,001). Das Körpergewicht veränderte sich im Mittel um -10,5% unter Semaglutid und um -2,0% unter Placebo (geschätzte Differenz: -8,5 Prozentpunkte; 95% CI: -9,6 bis -7,4; p < 0,001). Die mittleren Veränderungen der Scores für körperliche Schmerzen der beiden Gruppen unterschieden sich nicht signifikant. Gastrointestinale unerwünschte Ereignisse waren in der Semaglutid-Gruppe häufiger.

Schlussfolgerung: Bei Patient*innen mit MASH und moderater oder fortgeschrittener Leberfibrose verbesserte Semaglutid in einer einmal wöchentlich verabreichten Dosis von 2,4 mg die leberhistologischen Werte.

A.J. Sanyal, Stravitz-Sanyal Institute for Liver Disease and Metabolic Health, Virginia Commonwealth University School of Medicine, Richmond, VA, USA, e-mail: arun.sanyal@vcuhealth.org

DOI:  10.1056/nejmoa2413258

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