Ösophagus bis Dünndarm
Gut. 2025;74(11):1821-1827
Prevention of rebleeding after primary haemostasis using haemostatic powder in nonvariceal upper gastrointestinal bleeding: A multicentre randomised controlled trial
Prävention von Nachblutungen nach primärer Hämostase unter Verwendung eines hämostatischen Pulvers bei nicht-varikösen oberen gastrointestinalen Blutungen: eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie
Hintergrund: Nicht-variköse obere gastrointestinale Blutungen (non-variceal upper gastrointestinal bleeding, NVUGIB) sind nach wie vor eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität. Die Nachblutungsrate nach endoskopischer Behandlung kann bei Patient*innen mit Hochrisiko-Läsionen innerhalb von 72 Stunden bis zu 25% betragen.
Zielsetzung: Beurteilung der Wirksamkeit eines hämostatischen Pulvers zur Reduzierung der Nachblutungsrate nach konventioneller endoskopischer Behandlung von Patient*innen mit NVUGIB.
Studiendesign: Es handelte sich hier um eine prospektive, multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie zu Patient*innen mit akuter NVUGIB aufgrund von Hochrisiko-Läsionen, bei denen endoskopisch eine initiale Hämostase erreicht wurde. Die Teilnehmer*innen wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und sollten entweder das hämostatische Pulver oder keine weitere Therapie (Kontrollgruppe) erhalten. Primärer Endpunkt war die Nachblutungsrate innerhalb von 72 Stunden nach der Behandlung. Zu den sekundären Endpunkten zählten die Nachblutungsrate innerhalb von 30 Tagen und das Sicherheitsprofil.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 341 Patient*innen (72,1% männlich; Durchschnittsalter 64,8 Jahre) eingeschlossen, davon 173 in die Pulver-Gruppe und 168 in die Kontrollgruppe. Die Charakteristika zu Studienbeginn waren in beiden Gruppen ähnlich. Ulkusblutungen waren die häufigste Ursache (n = 317), wobei in zwei Dritteln der Fälle eine Blutung vom Typ Forrest I beobachtet wurde. Die Nachblutungsrate innerhalb von 72 Stunden war in der Pulver-Gruppe (2,9%; 95% Konfidenzintervall [CI]: 0,9–6,6%) signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe (11,3%; 95% CI: 6,9–17,1%; p = 0,005). Eine signifikante Reduzierung wurde auch bei der kumulativen Nachblutungsrate innerhalb von 30 Tagen beobachtet (7,0% vs. 18,8%), mit ähnlichen Ergebnissen in der Ulkus-Untergruppe für die Nachblutungsrate innerhalb von 3 Tagen (3,0% vs. 12,0%; p = 0,004). Es wurden keine unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit der Anwendung des Pulvers berichtet.
Schlussfolgerung: Die Anwendung eines hämostatischen Pulvers nach endoskopischer Hämostase reduzierte die Rate sowohl der frühen (3 Tage) als auch der späten (30 Tage) Nachblutungen bei Patient*innen mit nicht-varikösen oberen gastrointestinalen Blutungen signifikant, insbesondere bei Ulkus-assoziierten Blutungen.