Pankreas

Gastroenterology. 2024;167(5):977-992

Prognostic factors for early recurrence after resection of pancreatic cancer: A systematic review and meta-analysis

Leonhardt CS, Gustorff C, Klaiber U, Le Blanc S, Stamm TA, Verbeke CS, Prager GW, Strobel O

Prognosefaktoren für ein Frührezidiv nach Resektion eines Pankreaskarzinoms: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse


Hintergrund und Ziele: Mehr als die Hälfte aller duktalen Adenokarzinome des Pankreas (pancreatic ductal adenocarcinomas, PDACs) rezidivieren innerhalb von 12 Monaten nach einer Resektion mit kurativer Intention. Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurde durchgeführt, um alle berichteten Prognosefaktoren für ein Frührezidiv bei resezierten PDACs zu identifizieren.
Methoden: Nach einer systematischen Literaturrecherche wurde eine Metaanalyse unter Verwendung eines Random-Effects-Modells durchgeführt. Für angepasste versus nicht-angepasste Effekt-Schätzwerte sowie für berichtete Odds-Ratios (ORs) und Hazard-Ratios (HRs) wurden getrennte Analysen vorgenommen. Das Risiko der Verzerrung wurde mit dem Tool „Quality in Prognostic Studies“ bewertet und die Evidenz anhand der GRADE-Methodik (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) eingestuft.
Ergebnisse: Nach Überprüfung von 2903 Abstracts wurden 65 Studien einbezogen. In 28 (43,1%) dieser Studien war Frührezidiv als Evidenz eines Rezidivs innerhalb von 6 Monaten und in 34 (52,3%) als Evidenz eines Rezidivs innerhalb von 12 Monaten nach Operation definiert. Andere Definitionen waren unüblich. Die Analyse der nicht-angepassten ORs bzw. HRs ergab 41 bzw. 5 Prognosefaktoren für ein Frührezidiv innerhalb von 6 Monaten. Bei ausschließlicher Betrachtung der angepassten Daten identifizierten die Autor*innen 25 bzw. 10 Prognosefaktoren basierend auf der OR bzw. HR. Unter Anwendung einer 12-Monats-Definition identifizierten sie 38 (OR) und 15 (HR) Prognosefaktoren in den nicht-angepassten Daten und 38 (OR) und 30 (HR) Prognosefaktoren in den angepassten Daten. Basierend auf Häufigkeitsauszählungen angepasster Daten wurden präoperatives Carbohydrate-Antigen 19-9, N-Status, die Nicht-Verabreichung einer adjuvanten Therapie, Grading und Tumorgröße in der Bildgebung als wichtige Prognosefaktoren für ein Frührezidiv identifiziert.

Schlussfolgerungen: Berichtete Prognosefaktoren für ein Frührezidiv variieren erheblich. Die identifizierten wichtigen Prognosefaktoren könnten zur Entwicklung eines Systems der Risikostratifizierung für Frührezidive beitragen. Allerdings ist eine prospektive Validierung notwendig.

C.-S. Leonhardt, Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie, Abteilung für Viszeralchirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, E-Mail: carl-stephan.leonhardt@meduniwien.ac.at

DOI:  10.1053/j.gastro.2024.05.028

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