Ösophagus bis Dünndarm

Gut. 2024;73(3):442–7

Reducing scope 3 carbon emissions in gastrointestinal endoscopy: Results of the prospective study of the ’Green Endoscopy Project Würzburg’

Henniger D, Lux T, Windsheimer M, Brand M, Weich A, Kudlich T, Schöttker K, Hann A, Meining A

Reduzierung der Scope-3-Kohlenstoffemissionen in der gastrointestinalen Endoskopie: Ergebnisse der prospektiven Studie des „Green Endoscopy Project Würzburg“

Die durch die gastrointestinale Endoskopie verursachten Kohlenstoffemissionen wurden als kritisches Problem erkannt. Scope-3-Emissionen werden hauptsächlich durch die Herstellung, Verpackung und den Transport gekaufter Waren verursacht. Bisher lagen keine prospektiven Daten zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Reduzierung von Scope-3-Emissionen vor. Die Studie wurde in einer mittelgroßen akademischen Endoskopie-Einheit durchgeführt. Unternehmen zur Herstellung endoskopischer Verbrauchsmaterialien wurden gebeten, einen Fragebogen zu Herstellung, Herkunft, Verpackung und Transport zu beantworten. Basierend auf diesen Daten wurden, wann immer möglich, Alternativprodukte gekauft. Darüber hinaus wurden die Mitarbeiter*innen in die Vermeidung von Abfällen eingewiesen. Anschließend wurde der CO2-Fußabdruck jedes gekauften Artikels von Februar bis Mai 2023 (Interventionszeitraum) berechnet und die Scope-3-Emissionen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (Kontrollzeitraum) verglichen. Insgesamt 26 von 40 Unternehmen beantworteten den Fragebogen. 229 von 322 Produkten wurden als ungünstig eingestuft. Bei 47 von 229 Artikeln (20,5%) war ein Wechsel auf Alternativartikel möglich. Im Interventionszeitraum wurden 1666 Endoskopien durchgeführt im Vergleich zu 1751 Untersuchungen im Kontrollzeitraum (-4,1%). Die Anzahl der verwendeten Instrumente verringerte sich um 10,0% (3111 vs. 3457). Die Verwendung von weniger und alternativen Produkten führte zu 11,5% weniger Kohlenstoffemissionen (7,09 vs. 8,01 Tonnen Kohlenstoffäquivalent = tCO2e). Die Mülltrennung führte zu einer Reduzierung um 20,1% (26,55 vs. 33,24 tCO2e). Insgesamt konnten die CO2-Emissionen um 18,4% reduziert werden.

Der Einsatz von weniger Instrumenten pro Eingriff, das Recycling von Verpackungsmaterial und die Umstellung auf alternative Produkte können die CO2-Emission reduzieren, ohne den endoskopischen Arbeitsablauf zu beeinträchtigen. Über die Kosten der Umstellung auf alternative Produkte wird in der Studie nichts berichtet.

Prof. Dr. A. Meining, Gastroenterologie, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, E-Mail: meining_a@ukw.de

DOI: 10.1136/gutjnl-2023-331024

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