Ösophagus bis Dünndarm

United European Gastroenterol J. 2024;12(10):1378-1387

Risk of cancer diagnosis in patients with eosinophilic esophagitis using a nationwide Swedish population cohort

Uchida AM, Schuman SS, Pyne A, Peterson K, Carlson M, Garber JJ, Roelstraete B, Ludvigsson JF

Risiko für eine Krebsdiagnose bei Patient*innen mit eosinophiler Ösophagitis anhand einer landesweiten schwedischen Bevölkerungskohorte


Hintergrund: Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronische, entzündliche Erkrankung des Ösophagus. Chronische Entzündungen werden mit der Entstehung von Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Ziel dieser Studie war es, den potenziellen Zusammenhang zwischen EoE und einer späteren Krebsdiagnose zu untersuchen.
Methoden: In dieser landesweiten populationsbasierten Kohortenstudie identifizierten die Autor*innen 1580 Personen mit EoE, deren Diagnose zwischen 1990 und 2017 in den 28 pathologischen Instituten in Schweden gestellt wurde. Bis zu 5 Referenzpersonen aus der Allgemeinbevölkerung wurden nach Alter und Geschlecht gematcht (n = 7533). Mit einer Cox-Regressionsanalyse wurden die angepassten Hazard-Ratios (aHRs) für Krebs bis zum 31. Dezember 2020 geschätzt. Um potenzielle innerfamiliäre Störfaktoren zu reduzieren, wurden Personen mit EoE zudem mit ihren nicht betroffenen Geschwistern verglichen.
Ergebnisse: In einem medianen Nachbeobachtungszeitraum von 7 Jahren erkrankten 47 Personen mit EoE (3,9/1000 Personenjahre) an Krebs versus 183 Referenzpersonen (3,2/1000 Personenjahre). Dies entsprach einer nicht-signifikanten aHR von 1,11 (95% Konfidenzintervall [CI]: 0,80–1,53). Die Inzidenzraten waren unabhängig von der Anwendung von Budesonid und Protonenpumpeninhibitoren. Allerdings hatten Personen mit EoE ein erhöhtes Risiko für Ösophaguskarzinome, welche bei 2 Personen mit EoE versus 1 Referenzperson diagnostiziert wurden (aHR = 25,20; 95% CI: 2,28–278,80), und das Risiko für Barrett-Ösophagus war bei EoE ebenfalls erhöht (HR = 8,18; 95% CI: 6,75–48,95). Nicht-ösophageale Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts traten bei 11 Personen mit EoE versus 24 Referenzpersonen auf: aHR = 2,03 (95% CI: 0,99–4,18). Es wurde kein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen der Haut (Personen mit EoE n = 10), der Lunge (n = 0), der Brust (n = 4) oder des Bluts (n = 0) festgestellt. Die Auswertungen der Geschwister untermauerten diese Erkenntnisse.

Schlussfolgerung: Ein Gesamtzusammenhang zwischen eosinophiler Ösophagitis (EoE) und der Entstehung von Krebserkrankungen wurde nicht festgestellt. Zwar war EoE mit Ösophaguskarzinomen assoziiert, doch traf dies sehr selten mit breiten Konfidenzintervallen und wenigen Fällen zu, weshalb die Autor*innen bei der Verallgemeinerung dieser Erkenntnisse zur Vorsicht mahnen.

J.F. Ludvigsson, Department of Medical Epidemiology and Biostatistics, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, E-Mail: jonasludvigsson@yahoo.com

DOI:  10.1002/ueg2.12713

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