Ösophagus bis Dünndarm
JAMA. 2024;332(19):1642-1651
Screening for Helicobacter pylori to prevent gastric cancer: A pragmatic randomized clinical trial
Screening auf Helicobacter pylori zur Prävention von Magenkrebs: eine pragmatische, randomisierte klinische Studie
Hintergrund: Die Auswirkungen des Screenings auf Helicobacter pylori auf die Magenkrebs-Inzidenz und die Magenkrebs-assoziierte Mortalität sind nicht bekannt.
Zielsetzung: Bewertung der Auswirkungen einer Einladung zum Screening auf H. pylori auf die Magenkrebs-Inzidenz und die Magenkrebs-assoziierte Mortalität.
Design, Setting und Teilnehmende: Eine pragmatische, randomisierte klinische Studie mit Personen im Alter von 50–69 Jahren mit Wohnsitz im Bezirk Changhua, Taiwan, die für zweijährliche immunchemische Stuhltests (fecal immunochemical test, FIT) zur Darmkrebsvorsorge infrage kamen. Die Teilnehmenden erhielten nach dem Zufallsprinzip eine Einladung zum Test auf das H.-pylori-Stuhlantigen (HpSA) plus FIT oder nur zum FIT allein. Die Studie wurde vom 1. Januar 2014 bis 27. September 2018 durchgeführt. Die letzte Nachuntersuchung fand am 31. Dezember 2020 statt. Intervention: Einladung zum Test auf HpSA.
Primäre Endpunkte und Ergebnisparameter: Die primären Endpunkte waren die Magenkrebs-Inzidenz und die Magenkrebs-assoziierte Mortalität. Alle eingeladenen Personen wurden anhand der Gruppen analysiert, denen sie randomisiert zugeteilt worden waren.
Ergebnisse: Von 240.000 randomisierten Erwachsenen (Durchschnittsalter: 58,1 Jahre [Standardabweichung {SD}: 5,6]; 46,8% weiblich) wurden 63.508 zum Test auf HpSA + FIT und 88.995 nur zum FIT allein eingeladen. Von den 240.000 randomisierten Personen wurden 38.792, die nicht erreichbar waren, und 48.705, die keine Einladung erhalten hatten, ausgeschlossen. Von den Eingeladenen nahmen 49,6% (31.497/63.508) am Test auf HpSA + FIT und 35,7% (31.777/88.995) am FIT allein teil. Von 12.142 Teilnehmenden (38,5%) mit positiven HpSA-Ergebnissen erhielten 8664 (71,4%) eine antibiotische Behandlung, und bei 91,9% kam es zu einer Eradikation. Die Magenkrebs-Inzidenzrate betrug 0,032% in der Gruppe mit HpSA + FIT und 0,037% in der Gruppe mit alleinigem FIT (mittlerer Unterschied: -0,005% [95% Konfidenzintervall {CI}: -0,013–0,003%]; p = 0,23). Die Rate der Magenkrebs-assoziierten Mortalität betrug 0,015% in der Gruppe mit HpSA + FIT und 0,013% in der reinen FIT-Gruppe (mittlerer Unterschied, 0,002% [95% CI: -0,004–0,007%]; p = 0,57). Nach Ausgleich wegen Unterschieden bei der Screeningteilnahme, der Nachbeobachtungsdauer und der Patientencharakteristika in Post-hoc-Analysen war eine Einladung zum Test auf HpSA + FIT mit niedrigeren Magenkrebsraten (0,79 [95% CI: 0,63–0,98]), aber nicht mit niedrigerer Magenkrebs-assoziierter Mortalität (1,02 [95% CI: 0,73–1,40]) verbunden als ein alleiniger FIT. Bei den Teilnehmenden, die Antibiotika erhielten, waren die häufigsten Nebenwirkungen Bauchschmerzen oder Diarrhö (2,1%) und Dyspepsie oder Appetitmangel (0,8%).
Schlussfolgerungen und Relevanz: Bei Einwohner*innen Taiwans führte eine Einladung zum Test auf Helicobacter-pylori-Stuhlantigen (HpSA) in Kombination mit einem immunchemischen Stuhltest (FIT) nicht zu einer stärkeren Verringerung der Magenkrebsrate oder der Rate der Magenkrebs-assoziierten Mortalität im Vergleich zur Einladung zum alleinigen FIT. Bei Berücksichtigung der Unterschiede bezüglich der Screeningteilnahme und der Nachbeobachtungsdauer war die Magenkrebs-Inzidenz, nicht aber die Magenkrebs-assoziierte Mortalität, in der Gruppe mit HpSA + FIT niedriger als in der Gruppe mit alleinigem FIT.