Ösophagus bis Dünndarm
Gut. 2025;74:918-925
Serological screening for coeliac disease in an adult general population: The HUNT study
Serologisches Screening auf Zöliakie in einer erwachsenen Allgemeinbevölkerung: die HUNT-Studie
Hintergrund: Die Zöliakie bleibt bei einem großen Teil der Betroffenen undiagnostiziert.
Zielsetzung: Ziel dieser Studie war die Bewertung eines serologischen Screenings auf Zöliakie in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung.
Studiendesign: Diese Studie basierte auf der vierten Trøndelag-Health-Studie, einer populationsbasierten Studie, die von 2017 bis 2019 in der Region Nord-Trøndelag in Norwegen durchgeführt wurde und in die 56.042 Teilnehmer*innen > 20 Jahre eingeschlossen wurden (Teilnahmequote 54%). Serumproben wurden mit einem kombinierten Assay auf IgA- und IgG-Antikörper gegen Transglutaminase-2 (TG2) analysiert, und seropositive Teilnehmer*innen wurden zu einer Endoskopie mit Duodenalbiopsien eingeladen. Eine Zöliakie wurde bei Vorliegen einer Schleimhautschädigung (Marsh 3) diagnostiziert.
Ergebnisse: Die histologische Beurteilung von 657 seropositiven Teilnehmer*innen führte bei 423 zur bestätigten Diagnose einer Zöliakie. Der positive Vorhersagewert (positive predictive value, PPV) eines positiven TG2-IgA-Werts lag bei 73,3% (95% Konfidenzintervall [CI]: 69,7–77,0%) bei bioptisch gesicherter Zöliakie. Ein TG2-IgA-Titer von ≥ 10 x der Obergrenze des Normalbereichs (upper limit of normal, ULN), wie beim Ansatz ohne Biopsie bei Kindern verwendet, erhöhte den PPV auf 88,1% (95% CI: 84,8–91,4%). Zu einer primären TG2-IgG-Reaktion kam es bei 87 Teilnehmer*innen, von denen 5 eine bioptisch gesicherte Zöliakie aufwiesen. Eine Person mit Zöliakie, die zunächst mit TG2-IgG reagierte, hatte einen IgA-Mangel. Bei TG2-IgA-negativen Personen mit bioptisch gesicherter Zöliakie lag der PPV eines positiven TG2-IgG-Tests bei 5,8% (95% CI: 1,9–12,9%) und bei 9,5% (95% CI: 1,2–30,4%), wenn TG2-IgG ≥ 10 x ULN.
Schlussfolgerung: Der kombinierte anti-Transglutaminase-2(TG2)-Assay auf IgA erwies sich als hervorragendes Screening-Instrument für Zöliakie in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung. Die diagnostische Genauigkeit von TG2-IgG war jedoch zu gering, um selektiv Personen mit Zöliakie zu identifizieren.