Leber und Gallenwege

J Hepatol. 2024;81(3):404–14

JNJ-73763989 and bersacapavir treatment in nucleos(t)ide analogue-suppressed patients with chronic hepatitis B: REEF-2

Agarwal K, Buti M, van Bömmel F, Lampertico P, Janczewska E, Bourliere M, Vanwolleghem T, Lenz O, Verbinnen T, Kakuda TN, Mayer C, Jezorwski J, Muenz D, Beumont M, Kalmeijer R, Biermer M, Lonjon-Domanec I

Therapie mit JNJ-73763989 und Bersacapavir bei Patient*innen mit chronischer Hepatitis B unter Suppression mit Nukleos(t)idanaloga: REEF-2


Hintergrund und Ziele: Eine funktionelle Ausheilung der chronischen Hepatitis B (CHB) erfordert eine finite Therapie. Die beiden mit dem Ziel einer funktionellen Ausheilung untersuchten Wirkstoffe sind Small-interfering RNA JNJ-73763989 (JNJ-3989) und der Kapsid-Assemblierungs-Modulator JNJ-56136379 (JNJ-6379; Bersacapavir).
Methoden: In REEF-2, einer doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Phase-IIb-Studie, wurden 130 Hepatitis-B-e-Antigen(HBeAg)-negative CHB-Patient*innen unter Nukleos(t)idanalogon(NA)-Suppression eingeschlossen, die 48 Wochen lang entweder JNJ-3989 (alle 4 Wochen 200 mg subkutan) + JNJ-6379 (täglich 250 mg oral) + NA (täglich oral; aktiver Arm) oder Placebos für JNJ-3989 und JNJ-6379 + aktives NA (Kontrollarm) erhielten, gefolgt von einem Nachbeobachtungszeitraum von 48 Wochen nach Absetzen der Behandlung.
Ergebnisse: Nach einer Nachbeobachtung von 24 Wochen hatte keine(r) der Patient*innen den primären Endpunkt der funktionellen Ausheilung (nach Absetzen kein Hepatitis-B-Oberflächenantigen [HBsAg] mehr im Serum nachweisbar) erreicht. Keine(r) der Patient*innen hatte bei der Nachbeobachtung nach 48 Wochen eine funktionelle Ausheilung erreicht. Während der Behandlung war im aktiven Arm nach 48 Wochen ein deutlicher Rückgang des HBsAg-Mittelwerts gegenüber dem Ausgangswert festzustellen, im Kontrollarm dagegen nicht (1,89 vs. 0,06 log10 IE/ml; p = 0,001). Bei der Nachbeobachtung nach 48 Wochen betrug der Rückgang gegenüber dem Ausgangswert > 1 log10 IE/ml bei 81,5% der Patient*innen im aktiven Arm versus 12,5% im Kontrollarm, und 38 von 81 (46,9%) Patient*innen im aktiven Arm erreichten einen HBsAg-Wert < 100 IE/ml im Vergleich zu 6 von 40 (15,0%) Patient*innen im Kontrollarm. Ein Hepatitis-B-Virus-DNA-Relaps und ein Anstieg der Alanin-Aminotransferase waren im aktiven Arm nach der Behandlung weniger häufig festzustellen; 7 von 77 (9,1%) Patient*innen im aktiven Arm und 11 von 41 (26,8%) im Kontrollarm begannen während der Nachbeobachtung erneut mit der NA-Medikation.

Schlussfolgerungen: Nach einer finiten 48-wöchigen Therapie mit JNJ-3989 + JNJ-6379 + Nukleos(t)idanalogon kam es zu weniger häufigen und weniger schwerwiegenden Anstiegen der Hepatitis-B-Virus-DNA (HBV-DNA) und plötzlich erhöhten Alanin-Aminotransferase-Werten; zudem zeigte sich nach Absetzen der Behandlung mit oder ohne Suppression des Hepatitis-B-Oberflächenantigens bei einem höheren Anteil von Patient*innen eine HBV-DNA-Suppression, wobei aber keine funktionelle Ausheilung festzustellen war.

K. Agarwal, Institute of Liver Studies, King’s College Hospital, London, Großbritannien, E-Mail: kosh.agarwal@nhs.net

DOI:  10.1016/j.jhep.2024.03.046

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