Ösophagus bis Dünndarm
N Engl J Med. 2025;393(4):336-348
Trastuzumab deruxtecan or ramucirumab plus paclitaxel in gastric cancer
Trastuzumab-Deruxtecan oder Ramucirumab plus Paclitaxel bei Magenkarzinom
Hintergrund: Auf der Grundlage von Phase-II-Studien wurde Trastuzumab-Deruxtecan für Patient*innen mit HER2(human epidermal growth factor receptor 2)-positivem metastasiertem Karzinom des Magens oder Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs zugelassen, die zuvor eine Trastuzumab-basierte Therapie erhalten hatten. Ramucirumab plus Paclitaxel ist ebenfalls eine Standardtherapie-Option in der Zweitlinie, unabhängig vom HER2-Status.
Methoden: In einer internationalen, randomisierten Phase-III-Studie wurde Trastuzumab-Deruxtecan in einer Dosis von 6,4 mg/kg Körpergewicht in der Zweitlinie mit Ramucirumab plus Paclitaxel bei Patient*innen mit mittels Tumorbiopsie bestätigtem, HER2-positivem metastasiertem Karzinom des Magens oder Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs verglichen. Die Biopsie war durchgeführt worden, nachdem es unter Trastuzumab-basierter Therapie zur Progression gekommen war. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das progressionsfreie Überleben, das bestätigte objektive Ansprechen (≥ 4 Wochen anhaltendes vollständiges oder partielles Ansprechen), die Krankheitskontrolle, die Dauer des Ansprechens und die Sicherheit.
Ergebnisse: Bei den 494 randomisierten Patient*innen war das Gesamtüberleben unter Trastuzumab-Deruxtecan signifikant länger als unter Ramucirumab plus Paclitaxel (Median: 14,7 vs. 11,4 Monate; Hazard-Ratio für Tod = 0,70; 95% Konfidenzintervall [CI]: 0,55–0,90; p = 0,004). Signifikante Ergebnisse zeigten sich auch beim progressionsfreien Überleben (Hazard-Ratio für Krankheitsprogression oder Tod = 0,74; 95% CI: 0,59–0,92) und beim bestätigten objektiven Ansprechen (bei 44,3% der Patient*innen in der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe vs. 29,1% in der Ramucirumab-Paclitaxel-Gruppe). Die Inzidenz Arzneimittel-assoziierter unerwünschter Ereignisse jeglichen Schweregrads betrug 93,0% unter Trastuzumab-Deruxtecan und 91,4% unter Ramucirumab plus Paclitaxel; die Inzidenz Arzneimittel-assoziierter unerwünschter Ereignisse von Schweregrad 3 oder höher lag bei 50,0% bzw. 54,1%. Eine bestätigte Arzneimittel-assoziierte interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis trat bei 13,9% der Patient*innen auf, die Trastuzumab-Deruxtecan erhielten (Schweregrad 1 oder 2 bei 33 Patient*innen und Schweregrad 3 bei 1 Patient*in) und bei 1,3% derer, die Ramucirumab plus Paclitaxel erhielten (Schweregrad 3 bei 2 Patient*innen und Schweregrad 5 bei 1 Patient*in).
Schlussfolgerungen: Trastuzumab-Deruxtecan führte zu einem signifikant längeren Gesamtüberleben als Ramucirumab plus Paclitaxel bei Patient*innen mit HER2-positivem metastasiertem Karzinom des Magens oder Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs. Unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen häufig auf. Ereignisse einer interstitiellen Lungenerkrankung oder Pneumonitis unter Trastuzumab-Deruxtecan, die ein bekanntes Risiko darstellen, waren überwiegend niedriggradig.