Dickdarm bis Rektum

Clin Gastroenterol Hepatol. 2024;22(3):499–512.e6

Risk of cancer recurrence in patients with immune-mediated diseases with use of immunosuppressive therapies: An updated systematic review and meta-analysis

Gupta A, Peyrin-Biroulet L, Ananthakrishnan AN

Tumor-Rezidivrisiko bei Patient*innen mit immunvermittelten Erkrankungen unter immunsuppressiven Therapien: eine aktualisierte systematische Übersicht und Metaanalyse

Es gibt bisher nur wenige Daten über die Sicherheit von immunsuppressiven Therapien wie neueren Biologika oder niedermolekularen (Small Molecule) Inhibitoren bei Personen mit immunvermittelten Erkrankungen und Malignomen in der Vorgeschichte. Im Rahmen dieser systematischen Metaanalyse wurden einschlägige Datenbanken durchsucht, um Studien zu identifizieren, die die Auswirkungen von immunsuppressiven Therapien auf das Tumor-Rezidivrisiko bei Menschen mit immunvermittelten Erkrankungen untersuchten. Die Studien wurden mithilfe einer Metaanalyse zusammengefasst und nach der verwendeten medikamentösen Therapie stratifiziert. Der primäre Endpunkt war die Inzidenz von Krebserkrankungen, die sowohl neue Erkrankungen als auch Rezidive umfasste. Die Metaanalyse umfasste 31 Studien (davon 17 mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, 14 mit rheumatoider Arthritis, 2 mit Psoriasis und 1 mit ankylosierender Spondylitis) mit insgesamt 24.328 Patient*innen und einer Beobachtungszeit von 85.784 Personenjahren (PJ). Die Tumor-Rezidivraten waren bei Patient*innen, die keine Immunsuppression erhielten (1627 Krebsfälle, 43.765 PJ; 35/1000 PJ; 95% Konfidenzintervall [CI]: 27–43), vergleichbar mit denen bei Patient*innen, die Tumor-Nekrose-Faktor-Antikörper (571 Krebsfälle, 17.772 PJ; 32/1000 PJ; 95% CI: 25–38), Immunmodulatoren (1104 Krebsfälle, 17.018 PJ; 46/1000 PJ; 95% CI: 31–61) oder eine Kombinationstherapie erhielten (179 Krebsfälle, 2659 PJ; 56/1000 PJ; 95% CI: 31–81). Bei Patient*innen mit einer Behandlung mit Ustekinumab (5 Krebsfälle, 213 PJ; 21/1000 PJ; 95% CI: 0–44) oder Vedolizumab (37 Krebsfälle, 1951 PJ; 16/1000 PJ; 95% CI: 5–26) war die Tumorinzidenz numerisch geringer. Es gab keine Studien zu Januskinase-Inhibitoren. Eine Stratifizierung der Studien nach dem Zeitpunkt des Beginns der immunsuppressiven Therapie ergab keine Unterschiede im Vergleich eines frühen (< 5 Jahre) oder eines verzögerten Behandlungsbeginns im Vergleich zur Tumorerkrankung.

Diese aktualisierte Metaanalyse zeigt, dass bei Patient*innen mit immunvermittelten Erkrankungen und Malignomen in der Vorgeschichte eine immunsuppressive Therapie die Inzidenz neuer Tumorerkrankungen oder -rezidive nicht beeinflusst.

A.N. Ananthakrishnan, M.D., Associate Professor of Medicine, Division of Gastroenterology, Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, MA, USA, E-Mail: aananthakrishnan@mgh.harvard.edu

DOI:  10.1016/j.cgh.2023.07.027

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