Dickdarm bis Rektum

Am J Gastroenterol. 2025;120(12):2918-2928

Minimum platelet count threshold for safe colonoscopic polypectomy: A large-scale propensity scored-matched analysis

Hyun HK, Son NH, Huh CW, Lim HC, Gwon SH, Park J, Park SJ, Park JJ, Cheon JH, Kim TI

Unterster Schwellenwert der Thrombozytenzahl für eine sichere koloskopische Polypektomie: eine groß angelegte, anhand des Propensity-Scores gematchte Analyse


Einführung: Der Zusammenhang zwischen Post-Polypektomie-Blutung (PPB) und Thrombozytopenie ist nach wie vor unklar. Zudem sind die aktuellen Daten unzureichend, um eindeutige Leitlinien für das Management von Patient*innen mit Thrombozytopenie bereitstellen zu können, bei denen endoskopische Interventionen durchgeführt werden. Der Zusammenhang zwischen Thrombozytopenie und PPB wurde untersucht, um den untersten Schwellenwert der Thrombozytenzahl für eine sichere koloskopische Polypektomie zu ermitteln.
Methoden: In diese große Kohortenstudie wurden Patient*innen in Korea eingeschlossen, die sich zwischen 2005 und 2022 einer Koloskopie und Polypektomie unterzogen hatten. Es wurde ein breites Spektrum an Kovariablen erhoben, einschließlich patientenassoziierte, polypenassoziierte und verfahrensassoziierte Faktoren. Unter Verwendung des Youden-Index-Verfahrens wurde der optimale Thrombozyten-Cut-off-Wert von 90.000/μl ermittelt. Außerdem wurden ein Propensity-Score-Matching und eine Analyse mit inverser Wahrscheinlichkeitsgewichtung der Behandlung durchgeführt, um den Effekt einer Thrombozytopenie auf das PPB-Risiko zu bestimmen.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 21.562 Patient*innen gescreent und 16.852 Personen mit 41.930 Polypen eingeschlossen. Von diesen Patient*innen hatten 198 (1,2%) Thrombozytenzahlen < 90.000/μl, und 16.654 (98,8%) hatten Thrombozytenzahlen ≥ 90.000/μl. Nach dem Propensity-Score-Matching zeigten sich bei Patient*innen mit Thrombozytenzahlen < 90.000/μl signifikant erhöhte Risiken für eine sofortige PPB (Odds-Ratio [OR] = 2,67; 95% Konfidenzintervall [CI]: 1,06–6,71) und für eine verzögerte PPB (OR = 9,66; 95% CI: 1,21–77,52) im Vergleich zu denen mit Thrombozytenzahlen ≥ 90.000/μl. Bei Hochrisiko-Interventionen (endoskopische Mukosa-Resektion und endoskopische Submukosa-Dissektion von großen Polypen > 20 mm) wurde eine Thrombozytenzahl von 100.000/μl als optimaler Schwellenwert für eine sichere koloskopische Polypektomie ermittelt. Die mittels inverser Wahrscheinlichkeitsgewichtung der Behandlung erzielten Ergebnisse waren konsistent.

Diskussion: Patient*innen mit Thrombozytenzahlen < 90.000/μl wiesen signifikant erhöhte Raten einer sofortigen und einer verzögerten Post-Polypektomie-Blutung auf. Dies deutet darauf hin, dass die Aufrechterhaltung der Thrombozytenzahl oberhalb dieses Schwellenwerts von entscheidender Bedeutung sein könnte, um die Sicherheit der Kolon-Polypektomie zu gewährleisten.

C.W. Huh or T.I. Kim, Department of Internal Medicine, Yongin Severance Hospital, Yonsei University College of Medicine, Seoul, South Korea, e-mail: huhcw@yuhs.ac or e-mail: taeilkim@yuhs.ac

DOI:  10.14309/ajg.0000000000003412

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