Pankreas
Lancet Gastroenterol Hepatol. 2025;10(7):634-647
Validation of two plasma multimetabolite signatures for patients at risk of or with suspected pancreatic ductal adenocarcinoma (METAPAC): A prospective, multicentre, investigator-masked, enrichment design, phase 4 diagnostic study
Validierung zweier Plasma-Multimetaboliten-Signaturen bei Patient*innen mit erhöhtem Risiko für oder Verdacht auf ein duktales Adenokarzinom des Pankreas (METAPAC): eine prospektive, multizentrische, prüferseitig verblindete Phase-IV-Diagnostik-Studie mit Enrichment-Design
Hintergrund: Das duktale Adenokarzinom des Pankreas ist schwer zu behandeln und eine frühere Diagnosestellung ist entscheidend, um das Gesamtüberleben der Patient*innen zu verbessern. Zwei zu einem früheren Zeitpunkt identifizierte Plasma-Metaboliten-Signaturen wurden unabhängig validiert, um in Kohorten mit erhöhtem jährlichem Risiko ein duktales Adenokarzinom des Pankreas auszuschließen.
Methoden: Die METAPAC-Studie war eine prospektive, multizentrische, prüferseitig verblindete Phase-IV-Studie mit Enrichment-Design und wurde an 23 Zentren in Deutschland durchgeführt. Patient*innen, bei denen in der diagnostischen Bildgebung Läsionen im Pankreas identifiziert wurden, die diagnostisch weiter abgeklärt werden mussten, wurden in die Studie aufgenommen und 24 Monate lang beobachtet. Mithilfe der Flüssigchromatografie-Tandem-Massenspektrometrie erfolgte eine gezielte quantitative Analyse von Metaboliten im Plasma. Die verbesserte Metaboliten-Signatur (improved metabolic signature, i-Metabolic-Signatur) bestand aus 12 Analyten plus das Carbohydrate Antigen 19-9 (CA 19-9). Die minimalistische Metaboliten-Signatur (minimalistic metabolic signature, m-Metabolic-Signatur) bestand aus 4 Analyten plus CA 19-9. Primärer Endpunkt der Studie war der Ausschluss eines duktalen Adenokarzinoms des Pankreas mit einer Spezifität von 85% und der höchstmöglichen diagnostischen Genauigkeit. Alle statistischen Analysen erfolgten nach dem Per-Protocol-Prinzip. Die Studie ist im Deutschen Register Klinischer Studien registriert (DRKS00010866).
Erkenntnisse: Zwischen dem 9. September 2016 und dem 8. April 2022 wurden 1370 Patient*innen, bei denen im CT weiter diagnostisch abklärungsbedürftige Pankreasläsionen gefunden wurden, gescreent. Von diesen wurden 1129 (489 mit duktalem Adenokarzinom des Pankreas, 640 Kontrollen) in die primäre Analyse eingeschlossen (medianes Alter: 67 Jahre [Interquartilenabstand: 58–75]; 556 weiblich [49%]; 572 männlich [51%]). Die Kontrollgruppe umfasste Personen mit hohem Risiko, die eine akute Pankreatitis (11 von 1129 Teilnehmer*innen [1%]), chronische Pankreatitis (113 [10%]), intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (232 [21%]), andere zystische Läsionen als intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (271 [24%]) oder Metastasen von Tumoren außerhalb des Pankreas (13 [1%]) aufwiesen. Mit der i-Metabolic-Signatur wurde das duktale Adenokarzinom des Pankreas mit einer Fläche unter der Kurve (AUC) von 0,846 (95% Konfidenzintervall [CI]: 0,842–0,849), einer Spezifität von 90,4% (89,8–91,1), einer Sensitivität von 67,5% (66,9–68,0) und einer balancierten Genauigkeit von 80,5% (80,2–80,8) erkannt, im Vergleich zu CA 19–9 alleine (AUC: 0,799 [0,797–0,802]; p
Interpretation: In einer prospektiven Real-World-Kohorte waren zwei Metaboliten-Signaturen im Plasma signifikant besser in der Lage, ein duktales Adenokarzinom des Pankreas auszuschließen, als die alleinige Verwendung von CA 19-9. Diese Erkenntnisse könnten bei Patient*innen mit einem jährlichen Risiko für ein duktales Adenokarzinom des Pankreas von 1% ein Instrument für die Überwachung bieten, um unnötige invasive Maßnahmen zu reduzieren und resezierbare Tumoren früher zu erkennen.