Ösophagus bis Dünndarm

Gastrointest Endosc. 2024;100(5):817-828.e5

Comparison of EMR versus endoscopic submucosal dissection for Barrett’s neoplasia and esophageal adenocarcinoma: A systematic review and meta-analysis

Fujiyoshi Y, Khalaf K, He T, Tham D, Yuan Y, Calo NC, Grover SC, Teshima CW

Vergleich der EMR mit der endoskopischen Submukosa-Dissektion bei Barrett-Neoplasie und Ösophagus-Adenokarzinom: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse


Hintergrund und Ziele: Die endoskopische Mukosaresektion (EMR) und die endoskopische Submukosa-Dissektion (ESD) sind zwei anerkannte Resektionsstrategien für mit Barrett-Ösophagus assoziierte Neoplasien sowie Ösophagus-Adenokarzinome (esophageal adenocarcinoma, EAC). Es besteht jedoch kein Konsens darüber, mit welchem Verfahren bessere Ergebnisse erzielt werden. Ziel dieser Studie war eine systematische Durchsicht der Evidenz zum Vergleich von EMR und ESD bei der Behandlung von Barrett-Neoplasien und EAC.
Methoden: Recherchiert wurde in 3 Datenbanken (Embase, MEDLINE, Cochrane Central) nach Studien, die bis Ende Oktober 2023 veröffentlicht wurden. Einbezogen wurden Studien, in denen die Wirksamkeit von EMR und ESD bei Barrett-Neoplasie und EAC verglichen wurde. Primäre Endpunkte waren unter anderem En-bloc-, R0- und kurative Resektionen, komplette Remission der Dysplasie (complete remission of dysplasia, CRD) und Lokalrezidive. Zu den sekundären Endpunkten gehörten auch unerwünschte Ereignisse.
Ergebnisse: Die Recherche ergab 905 Datensätze. In die endgültigen Analysen wurden 11 Studien einbezogen. Die Daten zeigten signifikant höhere Raten der En-bloc-Resektion bei ESD (Odds-Ratio [OR] = 31,53; 95% Konfidenzintervall [CI]: 10,02–99,19; p < 0,01; 7 Studien). Die Raten der R0-Resektion waren bei ESD signifikant höher (OR = 5,92; 95% CI: 2,75–12,77; p < 0,01; 8 Studien). Die Raten der kurativen Resektion waren bei ESD tendenziell höher (OR = 3,49; 95% CI: 0,86–14,14; p = 0,080; 4 Studien). Zwischen den CRD-Raten gab es keine signifikanten Unterschiede (OR = 0,92; 95% CI: 0,37–2,26; p = 0,86; 3 Studien). Die Lokalrezidiv-Raten waren bei ESD tendenziell niedriger (OR = 0,35; 95% CI: 0,11–1,04; p = 0,058; 10 Studien). In Bezug auf unerwünschte Ereignisse gab es keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Raten von Blutungen, Perforationen und postoperativen Strikturen.

Schlussfolgerungen: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt, dass die endoskopische Submukosa-Dissektion (endoscopic submucosal dissection, ESD) höhere Raten der En-bloc-, R0- und kurativen Resektion erzielt, mit einer Tendenz zu niedrigeren Rezidivraten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die ESD eine effektivere Option für die Behandlung von Barrett-Neoplasien und Ösophagus-Adenokarzinomen sein könnte.

Y. Fujiyoshi, Division of Gastroenterology, The Ottawa Hospital, University of Ottawa, Ottawa, ON, Kanada, E-Mail: yusukefujiyoshi@yahoo.co.jp

DOI:  10.1016/j.gie.2024.06.012

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