Leber und Gallenwege

Hepatology. 2024;80(4):916-927

Effects of empagliflozin on liver fat in patients with metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease without diabetes mellitus: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial

Cheung KS, Ng HY, Hui RWH, Lam LK, Mak LY, Ho YC, Tan JT, Chan EW, Seto WK, Yuen MF, Leung WK

Wirkungen von Empagliflozin auf das Leberfett bei Patient*innen mit metabolische Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung ohne Diabetes mellitus: eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie


Hintergrund und Ziele: Die Autor*innen untersuchten, ob Empagliflozin die hepatische Steatose bei Patient*innen mit metabolische Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease, MASLD) ohne Diabetes mellitus reduziert.
Ansatz und Ergebnisse: Für diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, prüfärztlich initiierte Studie wurden Erwachsene aus der Allgemeinbevölkerung rekrutiert. Geeignete Teilnehmer*innen ohne Diabetes mellitus (Plasmaglukose nüchtern < 7 mmol/l und HbA1c < 6,5%), deren durch Magnetresonanztomografie ermittelte Protonendichte-Fettfraktion (MRT-PDFF) ≥ 5% betrug, wurden randomisiert einer 52-wöchigen Behandlung mit täglich 10 mg Empagliflozin oder Placebo zugeteilt (Verhältnis 1:1). Die MRT-PDFF wurde bei Studienbeginn (Baseline) und bei Behandlungsende (end of treatment, EOT) durchgeführt. Der primäre Endpunkt war der Unterschied in der Veränderung der MRT-PDFF zwischen den beiden Gruppen bei EOT. Die sekundären Endpunkte waren die Rückbildung der hepatischen Steatose (MRT-PDFF < 5%), eine Senkung der Alanin-Aminotransferase auf ≥ 17 E/l, ein Rückgang der MRT-PDFF auf ≥ 30%, eine Kombination aus beidem, sowie Veränderungen der anthropometrisch und im Labor ermittelten Parameter bei EOT. Alle Ergebnisse basierten auf einer Intention-to-Treat-Analyse. Von 98 rekrutierten Teilnehmer*innen (medianes Alter: 55,7 Jahre [Interquartilenabstand: 49,5–63,4]; männlich: 54 [55,1%]) wurde bei 97 (Empagliflozin: 49, Placebo: 48; mediane MRT-PDFF: 9,7% vs. 9,0%) die MRT-PDFF bei EOT wiederholt. In der Empagliflozin-Gruppe zeigte sich ein stärkerer Rückgang der medianen MRT-PDFF im Vergleich zur Placebo-Gruppe (-2,49% vs. -1,43%; p = 0,025), mit einem nicht-signifikanten Trend zur Rückbildung der Lebersteatose (44,9% vs. 28,6%; p = 0,094). Es gab keinen signifikanten Unterschied bei der Senkung der Alanin-Aminotransferase auf ≥ 17 E/l (16,3% vs. 12,2%; p = 0,564), dem Rückgang der MRT-PDFF auf ≥ 30% (49,0% vs. 40,8%; p = 0,417) und dem kombinierten Ergebnis (8,2% vs. 8,2%; p = 1,000). Die Empagliflozin-Gruppe verzeichnete eine stärkere Verringerung des Körpergewichts (-2,7 vs. -0,2 kg), des Taillenumfangs (-2,0 vs. 0 cm), des Nüchternblutzuckers (-0,3 vs. 0 mmol/l) und des Ferritins (-126 vs. -22 pmol/l) (alle p < 0,05).

Schlussfolgerungen: Die Verabreichung von Empagliflozin für die Dauer von 52 Wochen reduziert den Leberfettgehalt bei Patient*innen mit nicht-diabetischer, metabolische Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung.

M.F. Yuen oder W.K. Leung, Department of Medicine, The University of Hong Kong, Queen Mary Hospital, Hong Kong, E-Mail: mfyuen@hkucc.hku.hk oder E-Mail: waikleung@hku.hk

DOI:  10.1097/hep.0000000000000855

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