Leber und Gallenwege
J Hepatol. 2025;82(4):560-570
Association of metabolic signatures of air pollution with MASLD: Observational and Mendelian randomization study
Zusammenhang zwischen metabolischen Signaturen der Luftverschmutzung und MASLD: Beobachtungsstudie mit Mendelscher Randomisierung
Hintergrund und Ziele: Luftverschmutzung ist ein beträchtliches Problem für die öffentliche Gesundheit und ein bedeutender Risikofaktor für die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), wobei noch nicht bekannt ist, welche Mechanismen diesem Phänomen zugrunde liegen. Diese Studie zielte darauf ab, die mit der Exposition gegenüber der Luftverschmutzung assoziierten metabolischen Signaturen zu identifizieren und deren Zusammenhänge mit dem MASLD-Risiko zu untersuchen.
Methoden: Verwendet wurden Daten der UK-Biobank-Kohorte. Die Jahresmittelwerte der Konzentrationen von PM2,5, PM10, NO2 und NOx wurden für alle Teilnehmenden jeweils durch bilineare Interpolation ermittelt. Das Modell der elastischen Netzregression diente dazu, Metaboliten zu identifizieren, die mit 4 Luftschadstoffen in Verbindung stehen, und um metabolische Signaturen zu erstellen. Die Zusammenhänge zwischen Luftschadstoffen, metabolischen Signaturen und MASLD wurden mit Cox-Modellen analysiert. Zur Untersuchung eines potenziellen ursächlichen Zusammenhangs wurde eine Mendelsche Randomisierung (MR) durchgeführt. Über eine Mediationsanalyse wurde die Rolle von metabolischen Signaturen beim Zusammenhang zwischen Luftschadstoffen und MASLD untersucht.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 244.842 Teilnehmende aus der UK Biobank in diese Analyse eingeschlossen. 87, 65, 76 bzw. 71 Metaboliten als metabolische Signaturen von PM2,5, PM10, NO2 bzw. NOx wurden identifiziert. Metabolische Signaturen waren mit einem Risiko für MASLD assoziiert; die Hazard-Ratios (HRs) und die 95% Konfidenzintervalle (CIs) lagen bei 1,10 (1,06–1,14), 1,06 (1,02–1,10), 1,24 (1,20–1,29) bzw. 1,14 (1,10–1,19). Die 4 Schadstoffe waren mit einem erhöhten Risiko für MASLD assoziiert, mit HRs (95% CIs) von 1,03 (1,01–1,05), 1,02 (1,01–1,04), 1,01 (1,01–1,02) bzw. 1,01 (1,00–1,01). Die MR-Analyse zeigte einen Zusammenhang zwischen PM2,5-, NO2- und NOx-bezogenen metabolischen Signaturen und MASLD. Metabolische Signaturen vermittelten den Zusammenhang zwischen PM2,5, PM10, NO2 sowie NOx und MASLD.
Schlussfolgerung: Es scheint ein Zusammenhang zwischen PM2,5-, PM10-, NO2- und NOx-bezogenen metabolischen Signaturen und der metabolische Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD) zu bestehen. Diese Signaturen vermittelten das mit PM2,5, PM10, NO2 und NOx verbundene erhöhte Risiko für MASLD.