Ösophagus bis Dünndarm

Gut. 2022;71(6):1088–94

Two waves of celiac disease incidence in Sweden: A nationwide population-based cohort study from 1990 to 2015

Bergman D, King J, Lebwohl B, Clements MS, Roelstraete B, Kaplan GG, Green PHR, Murray JA, Ludvigsson JF

Zwei Inzidenzwellen für Zöliakie in Schweden: eine landesweite populationsbasierte Kohortenstudie zwischen 1990 und 2015

Im Rahmen dieser Studie wurde die Inzidenz einer mittels Biopsie gesicherten Zöliakie in Schweden erfasst und die Inzidenz von duodenalen/jejunalen Biopsien mit normaler Mukosa als Surrogatparameter für die Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Zölia-kiediagnostik untersucht. Hierfür wurde eine populationsbasierte landesweite Kohortenstudie in Schweden zwischen 1990 und 2015 durchgeführt, die auf den landesweit erfassten histologischen Befunden mit Zottenatrophie bzw. normaler Mukosa beruhte. Es wurden 44.771 Personen (63% Frauen) identifiziert, bei denen im Histologiebefund eine Zottenatrophie vorlag und 412.279 Personen (62% Frauen) mit normaler Mukosa und ohne zuvor diagnostizierte Zottenatrophie. Das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose der Zöliakie betrug im Median 28 Jahre. Die mittlere altersangepasste Inzidenzrate während der Studienperiode betrug 19,0/100.000 Personenjahre (95% Konfidenzintervall [CI]: 17,3–20,8). Die Inzidenz erreichte im Jahr 1994 einen Gipfel für beide Geschlechter sowie einen zweiten höheren Gipfel zwischen 2002 und 2003 bei Frauen bzw. 2006 bei Männern. Das Lebens-zeitrisiko an einer Zöliakie zu erkranken betrug 1,8% (2,3% für Frauen bzw. 1,4% für Männer). Vor 2015 wurde eine stetige Zunahme an Biopsien mit normaler Dünndarmschleimhaut beobachtet, was für eine zunehmende Aufmerksamkeit für die Zöliakiediagnostik spricht.

Diese landesweite populationsbasierte Studie belegt, dass die Inzidenz der Zöliakie in Schweden für Frauen bis 2002/2003 bzw. für Männer bis 2006 zugenommen hat. Seitdem war die Inzidenz trotz einer Zunahme entnommener Biopsien rückläufig. Das Lebenszeitrisiko an einer Zöliakie zu erkranken beträgt in Schweden für Frauen 1:44 bzw. für Männer 1:72, was die hohe gesundheitsökonomische Bedeutung der Zöliakie unterstreicht.

Dr. D. Bergman, Medical Epidemiology and Biostatistics, Karolinska Institute, Stockholm, Schweden,
E-Mail: da-vid.bergman.1@ki.se

DOI: 10.1136/gutjnl-2021-324209

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