Ausgabe
3/2026
Falk Gastro Review Journal

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir heißen Sie herzlich zu dieser Ausgabe des FGR willkommen. Auch diesmal haben wir eine Reihe wichtiger Arbeiten als „Editors’ Choice“ hervorgehoben oder durch fundierte Expertenkommentare kritisch beleuchtet. Wir wünschen Ihnen eine anregende und hoffentlich für Ihren klinischen Alltag nützliche Lektüre! Gerne möchten wir Sie außerdem darauf hinweisen, dass die Inhalte des FGR auch über die vielseitige Falk4ME-App der Falk Foundation abrufbar sind, die kürzlich in Deutschland eingeführt wurde und künftig auch in weiteren Ländern verfügbar sein wird (https://falkfoundation.org/de/falk4me/). […]

 

 

In dieser Ausgabe wollen wir Ihre Aufmerksamkeit besonders auf ausgewählte Arbeiten zum Pankreaskarzinom lenken. Pankreaskarzinome werden immer noch (zu) spät diagnostiziert, und trotz kurativ intendierten Operationen ist das 5-Jahres-Überleben aufgrund unzureichend wirksamer Chemotherapie deutlich eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund kommt der frühen Diagnosestellung eine wesentliche Bedeutung zu. Ein Alarmzeichen ist ein neu diagnostizierter Diabetes mellitus. In einer prospektiven Kohortenstudie entwickelten 0,6% der Patient*innen mit neu diagnostiziertem Diabetes nach einer mittleren Latenz von 8 Monaten ein Pankreaskarzinom (Chari et al.). Andererseits führt eine konsequente Blutzuckereinstellung bei schon länger bestehendem Diabetes mellitus langfristig zu einer deutlichen Reduktion des Risikos für die Entstehung von Pankreaskarzinomen (Tan et al.). Bei Risikopopulationen könnten ferner serumbasierte Proteinsignaturen zur Diagnose früher Stadien duktaler Pankreaskarzinome beitragen (Lucas et al.). Aber auch durch eine verbesserte radiologische Bildgebung lassen sich möglicherweise frühe Tumorstadien künftig besser erkennen: In einer vergleichenden Studie schnitt eine KI-basierte Bildauswertung von Standard-Computertomografien des Abdomens im Hinblick auf die Erkennung früher Tumorstadien besser ab als die teilnehmenden Radiolog*innen (Alves et al.). 

Auch in der onkologischen Therapie gibt es neue Entwicklungen: In der italienischen CASSANDRA-Studie konnte gezeigt werden, dass im neoadjuvanten Setting im Vergleich zu einer Therapie mit mFOLFIRINOX durch eine Behandlung nach dem PAXG-Protokoll (Capecitabine, Cisplatin, nab-Paclitaxel und Gemcitabin) das mediane „ereignisfreie“ Überleben von 10,2 auf 16 Monate verlängert werden konnte (Reni et al.). Die Zukunft wird uns hoffentlich aber noch bessere Therapiemöglichkeiten des Pankreaskarzinoms eröffnen. Sehr vielversprechende grundlagenwissenschaftliche Ergebnisse im Mausmodell wecken zwar die Hoffnung auf neue gezielte und hochwirksame Therapieoptionen – der Weg dieser Ansätze „from bench to bedside“ dürfte aber noch lang sein (Liaki et al.). Es bleibt also auf jeden Fall spannend!

Mit besten Grüßen

Ihre

Peter Hasselblatt und Tobias Böttler
Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Freiburg

Aktuelles aus der Literatur in dieser Ausgabe

Ösophagus bis Dünndarm

Klinische Studie: vereinfachte Darmvorbereitung für die Dünndarm-Kapselendoskopie beim Morbus Crohn

Aliment Pharmacol Ther. 2026;63(1):57-69