Ösophagus bis Dünndarm

Gastroenterology. 2023;165(4):848–60

Psychological processes, not physiological parameters, are most important contributors to symptom severity in patients with refractory heartburn/regurgitation symptoms

Guadagnoli L, Geeraerts A, Geysen H, Pauwels A, Vanuytsel T, Tack J, Van Oudenhove L

Psychologische Prozesse und nicht physiologische Parameter tragen am meisten zur Symptomschwere bei Patient*innen mit refraktären Sodbrennen-/ Regurgitationssymptomen bei

Es wurde gezeigt, dass physiologische und psychologische Faktoren die Wahrnehmung von Symptomen der Speiseröhre beeinflussen. Ziel dieser Studie war die Bewertung, welche dieser beiden Einflussgrößen die Schwere von 3 Refluxsymptomem (vollständiger Reflux, Sodbrennen und Schlafstörung) bestimmt. Dies wurde mit Hilfe eines traditionellen statistischen Ansatzes und eines Modells mit maschinellem Lernen untersucht. Hierzu wurden konsekutive erwachsene Patient*innen mit refraktären Sodbrennen-/Aufstoßsymptomen einer gewöhnlichen 24-Stunden-pH-Impedanzüberwachung unterzogen und Fragebögen zur Beurteilung der vergangenen und aktuellen gastrointestinalen und psychischen Gesundheit ausgefüllt. Im traditionellen statistischen Ansatz bewerteten hierarchische allgemeine lineare Modelle die Beziehungen zwischen psychologischen und physiologischen Variablen (z. B. Gesamtzahl der Reflux-Episoden) und Reflux-Schweregrad-Scores. Ein Mediationsmodell analysierte Wechselbeziehungen zwischen relevanten Variablen. Beim Ansatz des maschinellen Lernens wurden alle psychologischen und physiologischen Variablen in 11 verschiedene Modelle eingegeben und die jeweilige Modellleistung zwischen den verschiedenen Modellen verglichen, um das beste Modell auszuwählen. Insgesamt wurden 393 Teilnehmer*innen (medianes Alter, 48,5 Jahre [Standardabweichung, 14,1 Jahre]; 60% waren weiblich) eingeschlossen. Die allgemeine psychologische Funktion erwies sich als wichtige Variable im traditionellen statistischen Ansatz, da sie signifikant mit allen 3 Symptomergebnissen assoziiert war und den Zusammenhang zwischen Kindheitstraumata und sowohl dem totalen Reflux als auch dem Schweregrad des Sodbrennens vermittelte. In den maschinellen Lernanalysen waren allgemeine psychologische Variablen (z. B. depressive Symptome) für die Ergebnisse zu totalem Reflux und Schlafstörungen am wichtigsten, und symptomspezifische Variablen wie viszerale Angst hatten einen größeren Einfluss auf den Schweregrad von Sodbrennen. Physiologische Variablen trugen in der Stichprobe über alle Refluxklassifizierungen und statis tischen Methoden hinweg nicht wesentlich zum Schweregrad der Refluxsymptome bei.

Psychologische Prozesse, sowohl allgemeiner als auch symptomspezifischer Natur, sollten als weiterer wichtiger Faktor betrachtet werden, welcher sich auf die Wahrnehmung der Symptomschwere bei Reflux auswirkt.

Dr. L. Guadagnoli, Translational Research Center for Gastrointestinal Disorders, Katholieke Universiteit Leuven, Leuven, Belgien, E-Mail: livia.guadagnoli@kuleuven.be

DOI: 10.1053/j.gastro.2023.06.019

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