Ösophagus bis Dünndarm

J Clin Gastroenterol. 2024;58(3):247–52

Rising inpatient utilization and costs of cannabis hyperemesis syndrome hospitalizations in Massachusetts after cannabis legalization

Marshall A, Fai C, Han J, Yule AM, Jangi S

Krankenhausaufenthalte durch das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom in Massachusetts nach der Legalisierung von Cannabis: steigende stationäre Inanspruchnahme und Kosten

Die Autor*innen beschrieben Demografie, stationäre Inanspruchnahme und Kosten für Patient*innen, die aufgrund eines mutmaßlichen Cannabinoid-Hyperemesis-Syndroms (CHS) ins Krankenhaus eingeliefert wurden – vor und nach der Legalisierung von Cannabis in Massachusetts. Da der Freizeitkonsum von Cannabis landesweit weitgehend legalisiert wurde, bleiben die daraus resultierenden Veränderungen im klinischen Erscheinungsbild und bei der Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung sowie bei den geschätzten Kosten von Krankenhausaufenthalten wegen CHS in der Zeit nach der Legalisierung unklar. Es erfolgte eine retrospektive Kohortenstudie mit Patient*innen, die zwischen 2012 und 2021 – vor und nach dem Datum der Cannabis-Legalisierung in Massachusetts (15. Dezember 2016) – in ein großes städtisches Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Autor*innen untersuchten die demografischen und klinischen Merkmale von Patient*innen, die wegen mutmaßlichem CHS aufgenommen wurden, die Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen und die geschätzten stationären Kosten vor und nach der Legalisierung. Es konnte ein signifikanter Anstieg der mutmaßlichen CHS-Krankenhauseinweisungen von vor auf nach der Cannabis-Legalisierung in Massachusetts festgestellt werden (0,1% vs. 0,02% der Gesamteinweisungen pro Zeitraum, p < 0,05). Bei 72 CHS-Krankenhauseinweisungen war die Patientendemografie vor und nach der Legalisierung ähnlich. Die Nutzung der Krankenhausressourcen nahm nach der Legalisierung zu: Die Krankenhausverweildauer stieg (3 Tage vs. 1 Tag, p < 0,005) und der Bedarf an Antiemetika nahm zu (p < 0,05). Die multivariate lineare Regression bestätigte, dass die Aufnahmen nach der Legalisierung unabhängig mit einer längeren Krankenhausverweildauer assoziiert waren (Β = 5,35, p < 0,05). Die durchschnittlichen Krankenhauskosten waren nach der Legalisierung signifikant höher (18.714 US-Dollar vs. 7460 US-Dollar, p < 0,0005), selbst nach Berücksichtigung der medizinischen Inflationskosten (18.714 US-Dollar vs. 8520 US-Dollar, p < 0,001). Es gab steigende Kosten für intravenöse Flüssigkeitsgaben und Endoskopie (p < 0,05). Bei der multivariaten linearen Regression prognostizierte der Krankenhausaufenthalt wegen mutmaßlichem CHS nach der Legalisierung erhöhte Kosten (Β = 10.131,25, p < 0,05).

In der Zeit nach der Legalisierung von Cannabis in Massachusetts stellten die Autor*innen einen Anstieg von Krankenhauseinweisungen aufgrund eines Cannabinoid-Hyperemesis-Syndroms fest. Damit einher gehen eine längere Krankenhausverweildauer und gestiegene Gesamtkosten pro Krankenhausaufenthalt. Da der Cannabis-Konsum zunimmt, ist es notwendig, diese Erkenntnis und die Kosten seiner schädlichen Auswirkungen in künftige Strategien für die klinische Praxis und die Gesundheitspolitik einzubeziehen.

S. Jangi, M.D., Assistant Professor of Medicine, Department of Gastroenterology, Tufts Medical Center, Boston, MA, USA, E-Mail: sjangi@tuftsmedicalcenter.org

DOI: 10.1097/mcg.0000000000001857

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