Ösophagus bis Dünndarm

Gut. 2023;72(10):1828–37

Mepolizumab for treatment of adolescents and adults with eosinophilic esophagitis: A multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial

Dellon ES, Peterson KA, Mitlyng BL, Iuga A, Bookhout CE, Cortright LM, Walker KB, Gee TS, McGee SJ, Cameron BA, Galanko JA, Woosley JT, Eluri S, Moist SE, Hirano I

Mepolizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen mit eosinophiler Ösophagitis: eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie

Im Rahmen dieser klinischen Studie sollte untersucht werden, ob eine Behandlung mit dem gegen Interleukin-5 (IL-5) gerichteten Antikörper Mepolizumab bei Patient*innen mit eosinophiler Ösophagitis (EoE) im Vergleich zu Placebo zu einer Besserung von Dysphagiebeschwerden und der Infiltration eosinophiler Granulozyten im Ösophagus führt. Hierfür wurde eine multizentrische, kontrollierte, randomisierte und placebokontrollierte Studie durchgeführt. Im ersten Studienteil wurden Patient*innen im Alter zwischen 16 und 75 Jahren mit EoE und Dysphagiebeschwerden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten monatlich 300 mg Mepolizumab oder Placebo. Primärer Endpunkt waren Veränderungen im Dysphagie-Score (EoE Symptom Activity Index, EEsAI) nach 3 Monaten im Vergleich zum Studienbeginn. Sekundäre Endpunkte umfassten histologische, endoskopische und sicherheitsrelevante Daten. Im zweiten Teil der Studie wurden die zu Studienbeginn für eine Behandlung mit Mepolizumab randomisierten Patient*innen für weitere 3 Monate mit Mepolizumab behandelt, wohingegen die für eine Placebobehandlung randomisierten Patient*innen monatlich 100 mg Mepolizumab für 3 Monate erhielten. Die Endpunkte dieses Studienteils wurden nach insgesamt 6 Monaten erhoben. Von 66 randomisierten Patient*innen konnten 64 für 3 Monate und 56 für 6 Monate behandelt und ausgewertet werden. Der EEsAI-Score nahm unter einer Behandlung mit Mepolizumab nach 3 Monaten um 15,4 ± 18,1 Punkte und unter Placebo um 8,3 ± 18,0 Punkte ab (p = 0,14). Die in den Biopsien nachgewiesene Infiltration eosinophiler Granulozyten nahm unter Mepolizumab signifikant ab (von 113 ± 77 auf 36 ± 43 Eosinophile pro High-Power-Feld [eos/hpf]), nicht aber unter Placebo (von 146 ± 94 auf 160 ± 133; p < 0,001). Unter Mepolizumab erreichten 42% bzw. 34% ein histologisches Ansprechen mit absoluten Eosinophilenzahlen < 15 bzw. ≤ 6 eos/hpf im Vergleich zu 3% bzw. 3% unter Placebo (p < 0,001 bzw. p = 0,02). Die Veränderungen eines EoE-Referenzscores nach 3 Monaten waren ebenfalls unter Mepolizumab ausgeprägter. Nach 6 Monaten nahm der EEsAI-Score unter fortgesetzter Mepolizumab-Therapie um 18,3 ± 18,1 und unter Placebo/Mepolizumab um 18,6 ± 19,2 Punkte ab (p = 0,85). Die häufigste Nebenwirkung war eine lokale Reaktion an der Injektionsstelle.

Im Rahmen dieser Studie an 66 Patient*innen mit eosinophiler Ösophagitis wurde durch eine Behandlung mit dem IL-5 Antikörper Mepolizumab nicht signifikant häufiger als unter Placebo eine Besserung der Dysphagiebeschwerden erreicht. Hingegen kam es nach einer 3-monatigen Behandlung mit Mepolizumab zu einer signifikanten Besserung der histologischen Veränderungen, insbesondere einer Reduktion der Infiltration eosinophiler Granulozyten, die aber nach einer 6-monatigen Therapie nicht weiter zunahm.

E.S. Dellon, M.D., Professor of Medicine, Center for Esophageal Diseases and Swallowing, and Center for Gastrointestinal Biology and Disease, Division of Gastroenterology and Hepatology, The University of North Carolina at Chapel Hill School of Medicine, Chapel Hill, NC, USA, E-Mail: edellon@med.unc.edu

DOI: 10.1136/gutjnl-2023-330337

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